1899 Hoffenheim blickt schon gen Dortmund

Sinsheim – 1899 Hoffenheim hat im Rennen um die direkte Champions-League-Teilnahme den dritten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga zurückerobert.

Mit dem mühsamen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt im Rücken geht die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann nun in das direkte Duell mit Rivale Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr). Die Erkenntnisse eines an Höhepunkten armen Spiels:

MATCHWINNER: Benjamin Hübner köpfte in der 90. Minute nach einem Eckball von Nationalspieler Sebastian Rudy zum Tor des Tages ein. Ausgerechnet der Sohn von Eintracht-Sportdirektor Benjamin Hübner. «Er hat mir zum Tor gratuliert», sagte der Abwehrspieler nach seinem Coup lächelnd. «Er ist ja immer noch mein Vater. Ich hoffe, dass uns so etwas nicht auseinanderbringt.» Die Entstehungsgeschichte konnte der Mann des Tages gar nicht mehr nachvollziehen. «Ehe ich darüber nachdenken konnte, lag die ganze Mannschaft auf mir drauf.»

RÜCKKEHRER: Erstmals in dieser Saison stand Marc Stendera nach seinem vor elf Monaten im Relegationsspiel in Nürnberg erlittenen Kreuzbandriss wieder im Team der Hessen. Ein «sehr, sehr gutes Spiel» bescheinigte ihm Trainer Niko Kovac. Der Mittelfeldspieler selbst war vor dem Anpfiff «extrem aufgeregt. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es dann so gut läuft.»

REKORDMARKEN: Hoffenheim ist daheim nun schon seit 16 Ligaspielen ungeschlagen und knackte zudem mit 58 Zählern die Bestmarke aus der Spielzeit 2008/2009, als es am Ende 55 Punkte waren. «Ein glücklicher Sieg», bekannte aber auch 1899-Mäzen Dietmar Hopp.

AUSSICHTEN: Die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation hat Hoffenheim sicher. Für den direkten Sprung in die Königsklasse wäre ein Erfolgserlebnis beim direkten Rivalen Dortmund ein weiterer großer Schritt. «Wir freuen uns darauf. Wenn wir gewinnen würden, wäre das eine tolle Ausgangsposition», sagte Trainer Julian Nagelsmann drei Spieltage vor Schluss. «Ich weiß schon, dass der Druck bei Dortmund liegt.»

AUSSICHTEN II: Bei der Eintracht ist die Europa-League-Teilnahme kein großes Thema mehr, alles konzentriert sich auf das Pokalfinale gegen Dortmund. Die Fans sangen fünf Tage nach dem Coup in Mönchengladbach auch in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena immer wieder: «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!» Personell geht Frankfurt am Stock. Die sechste Liga-Auswärtsniederlage in Serie konnte Kovac verkraften. Er lobte: «Die Mannschaft ist körperlich, aber auch mental wieder über ihre Grenzen gegangen. Und wenn der Julian drei seiner Kreativspieler auswechselt, will das schon was heißen.»

Fotocredits: Uwe Anspach
(dpa)

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