4:4 gegen Schalke nach 4:0-Führung gefährdet BVB-Coach Bosz

Dortmund – Borussia Dortmund hat den ersehnten Befreiungsschlag in einem furiosen Revierderby leichtfertig verspielt. Trotz einer 4:0-Pausenführung kam das Team von Peter Bosz nicht über ein 4:4 hinaus.

Nach dem sechsten sieglosen Bundesligaspiel in Serie und dem völligen Einbruch in der 2. Halbzeit muss der Dortmunder Fußball-Lehrer mehr denn je um seinen Arbeitsplatz bangen.

Selbst vier Treffer binnen 14 Minuten durch Pierre-Emerick Aubameyang (12.), Benjamin Stambouli (18./Eigentor), Mario Götze (20.) und Raphael Guerreiro (25.) ebneten dem BVB am Samstag vor 80.179 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park nicht den Weg zum Erfolg. Schalke schlug durch Guido Burgstaller (61.), Amine Harit (65.), Daniel Caliguiri (86.) und Naldo (90.+4) in furioser Manier zurück. Der Dortmunder Aubameyang sah in der 72. Minute die Gelb-Rote Karte.

Die in den vergangenen sieglosen Wochen entstandene Not machte BVB-Coach Bosz erfinderisch. Erstmals in dieser Saison beorderte er die beiden Sechser Nuri Sahin und Julian Weigl gemeinsam ins defensive Mittelfeld und rückte durch die Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr von seiner bisherigen taktischen 4-3-3-Marschroute ab.

Diese Maßnahme schien sich schon früh bezahlt zu machen. Nach umkämpften und hektischem Beginn mit zahlreichen Fouls nutzte der BVB gleich seine erste große Torchance zur Führung. Nach Flanke von Christian Pulisic und einem missglückten Torschuss von Nuri Sahin drückte Aubameyang den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Allerdings übersahen Schiedsrichter Deniz Aytekin und der Videoassistent dabei ein Handspiel des Torschützen.

Dieser frühe Treffer befreite die Borussia von schwerer Last. Mit einem furiosen Sturmlauf stürzten sie die zuletzt stabile Schalker Deckung von einer Verlegenheit in die nächste. Drei weitere Tore binnen acht Minuten – es sah aus wie eine frühe Vorentscheidung.

Das Schalker Unheil nahm seinen Lauf als Stambouli einen Freistoß per Kopf in das eigene Tor beförderte. Fortan wirkten die Gäste für Minuten völlig konsterniert. Das nutzte die Borussia gnadenlos aus. Mit seinem ersten Saisontreffer nach Flanke von Aubameyang erhöhte Götze auf 3:0. Es war das erste Tor des Weltmeisters für den BVB seit 344 Tagen. Nur fünf Minuten später glich das Stadion einem Tollhaus, als Guerreiro mit einem Volleyschuss zum 4:0 traf.

Auf den völligen Einbruch seiner Mannschaft reagierte Schalke-Coach Domenico Tedesco mit zwei klugen Auswechslungen bereits vor der Pause. Leon Goretzka und Amine Harit kamen für Weston McKennie und Franco Di Santo. Das verhalf immerhin zu mehr Stabilität und zur ersten Torchance. Doch Jewgeni Konopljanka (44.) verfehlte das Tor knapp.

Erst nach Wiederanpfiff fanden die Schalker ins Spiel – allerdings auf beeindruckende Manier. Ein Treffer von Naldo in der 53. Minute wurde jedoch nach Hinweis des Videoschiedsrichters zurückgenommen. Dennoch schöpften die Gäste neuen Mut und kamen durch ein Kopfballtor von Burgstaller zum Anschlusstreffer. Der zweite Treffer durch den eingewechselten Harit erweckte den FC Schalke endgültig zu neuem Leben. Nach der gelb-roten Karte für Aubameyang nach wiederholtem Foulspiel drängte das Tedesco-Team mit Macht auf das Dortmunder Tor. So landete Burgstallers Kopfball (73.) an der Latte.

Mit einem Traumtor von Caligiuri zm 3:4 leitete Schalke die Schlussoffensive ein. Naldos Ausgleich in der Nachspielzeit stürzte den BVB dann in eine noch tiefere Krise.

Fotocredits: Ina Fassbender
(dpa)

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