96 schlägt FCN: Müller und Unterzahl entscheiden Kellerduell

Hannover – Der Abstieg des 1. FC Nürnberg wird immer wahrscheinlicher. Durch zwei Tore von Nicolai Müller verlor der Aufsteiger am Samstag das mit Spannung erwartete Kellerduell bei Hannover 96 mit 0:2 (0:1).

Nach dem 15. sieglosen Spiel in Serie fiel der Club wieder hinter Hannover auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga zurück. Die mutmaßlich schwerwiegendste Niederlage der bisherigen Saison wurde auch dadurch begünstigt, dass die Nürnberger nach einer frühen Roten Karte für Simon Rhein in der 11. Minute fast die gesamte Spielzeit über in Unterzahl agierten.

Hannover dagegen kam durch den Doppelpack von Müller (45.+5/77. Minute) zumindest vorerst wieder bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heran. Für die 96er ging vor 33 700 Zuschauern eine Serie von neun Spielen ohne Sieg zu Ende. Gleichzeitig war es der erste Erfolg unter dem neuen Coach Thomas Doll.

Beide Trainer gingen dieses vermeintliche «Abstiegskampf-Endspiel» sehr unterschiedlich an. Doll setzte im Zweifel lieber auf Erfahrung. So erhielt der vom Asien-Cup zurückgekehrte Japaner Genki Haraguchi im Mittelfeld den Vorzug vor dem Junioren-Nationalspieler Florent Muslija. Nürnbergs Michael Köllner dagegen schickte eine verstärkte U23-Auswahl um Talente wie den 20-jährigen Rhein und den 21-Jährigen Törles Knöll in dieses Spiel. Sieben Spieler in der Nürnberger Anfangsformation waren 25 Jahre oder jünger.

Schon nach zehn Minuten waren jedoch alle Matchpläne nicht mehr viel wert. Nach einem üblen Foul von Rhein an Julin Korb stand der FCN nur noch zu Zehnt auf dem Platz. Mit den veränderten Vorzeichen kamen jedoch zunächst die Gäste besser zurecht. Nürnberg lauerte nur noch auf Konter, machte dies geschickt – und kam durch Knöll (19.) und Federico Palacios (31.) sogar zu zwei sehr guten Chancen.

Hannover dagegen schien in Überzahl einen noch größeren Erwartungsdruck zu spüren als ohnehin schon zu Beginn dieser Partie. Dem Spiel der 96er fehlten Tempo und Ideen. Gefährlich wurde es nur durch Fernschüsse von Müller (30.), Haraguchi (30.) und Waldemar Anton (36.). Und auch das Tor fiel in der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff nur deshalb, weil der Aufsteiger Hannovers Winterneuzugang Müller im Strafraum völlig allein ließ.

Mehr als diese eine Unaufmerksamkeit brauchte es nicht, um ein erwartet schwaches Kellerduell zu entscheiden. Von Nürnberg kam nach der Pause in Unterzahl nicht mehr viel. Und auch Hannover beschränkte sich darauf, den dezimierten Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

Statt auf eine Entscheidung zu drängen, spielte 96 eher abwartend. Konterchancen ergaben sich auch so. Eine vergab Haraguchi in der 56. Minute, die nächste der Torschütze Müller nur zehn Minuten später. Der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Offensivmann spielte dabei zwei Nürnberger aus und scheiterte an Torwart Christian Mathenia.

Sein zweites Tor schoss der 31-Jährige trotzdem noch – nach schöner Vorarbeit des Brasilianers Jonathas. Und während der eine Neuzugang der Niedersachsen dieses Spiel entschied, hatte ein anderer einen äußerst schmerzhaften Nachmittag. Verteidiger Kevin Akpoguma musste kurz vor der Pause mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden.

Fotocredits: Swen Pförtner
(dpa)

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