Ancelotti erwartet «Fest» gegen Leipzig

München – Jetzt wollen die Meister-Bayern noch zweimal richtig Spaß haben. Zwar gehe es im Liga-Gipfel mit RB Leipzig auch ums Prestige, sagte Carlo Ancelotti: «Aber es ist ein Fest für beide Mannschaften.»

Die Bayern möchten mit einem Zeichen der Stärke beim Tabellenzweiten und eine Woche später bei der großen Party mit der Meisterschale und dem Philipp-Lahm-Abschied die Spielzeit würdig ausklingen lassen. «Wir wollen diese Saison gut beenden. Wir nutzen diese Zeit, unseren Titel zu feiern», kündigte Ancelotti an.

Der italienische Starcoach traf am Tag vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Leipzig noch mit Liverpool-Coach Jürgen Klopp und Diego Simeone, dem Trainer von Atlético Madrid, zusammen. Besser gesagt mit den Hologrammen der beiden, denn Klopp und Simeone waren aus ihren Städten zugeschaltet. «Ich bin noch aus der Generation, die Raumschiff Enterprise geschaut hat. Es kommt mir vor, als wäre ich nach München gebeamt worden», scherzte der frühere BVB-Trainer, der mit Ancelotti und Simeone Werbung für den Audi Cup in der Saisonvorbereitung am 1. und 2. August in München machte.

Beim munteren Talk der internationalen Trainergrößen bescheinigte Klopp dem Münchner Coach in dessen Premierensaison «großartige Arbeit». Ancelotti ließ sich zumindest in dieser Runde entlocken, dass er sowohl den Wunsch als auch die Lust auf eine noch stärkere Mannschaft in der neuen Saison habe. «Wir wollen noch besser sein», sagte Ancelotti. Namen könne er keine nennen, aber neue Spieler würden da sein. Sicher ist: Die Zukunftsplanung ist angelaufen.

Nicht mehr dabei ist in der neuen Saison Holger Badstuber. Nach seiner Leihe zum FC Schalke kehrt er nicht mehr nach München zurück. Badstuber werde «wahrscheinlich im Ausland» eine neue Herausforderung suchen, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Fest eingeplant für die neue Spielzeit sind dagegen der in seiner ersten Münchner Spielzeit enttäuschende Portugiese Renato Sanches und der mit wiederholten Reservistenauftritten unglückliche Jérôme Boateng.

«Er hat eine schwierige Saison», sagte Ancelotti mit Blick auf die lange Verletzungspause von Weltmeister Boateng. «Sein Standig ist gut. Er ist unser Spieler – und er wird nächste Saison unser Spieler sein.» Geduld müsse man mit dem 19-jährigen Sanches haben, betonte Ancelotti. Aber natürlich erwarte man mehr vom Europameister.

Beim vorletzten Saisonspiel in Leipzig steht Sanches nicht in der Startelf. Denn Ancelotti kündigte die bestmögliche Aufstellung an. Neben den verletzten Manuel Neuer, Sven Ulreich und Javi Martínez muss der angeschlagene Mats Hummels passen. «Er ist müde und hatte im letzten Spiel kleine Probleme», berichtete Ancelotti. Für das Freiburg-Spiel, nach dem die Münchner dann zum 27. Mal als deutscher Meister geehrt werden, erwartet er den Weltmeister zurück.

Im Tor steht erneut Tom Starke, der fünf seiner sechs Bayern-Bundesligaspiele als Sieger und ohne Gegentor beendete. «Ich hoffe, Bayern kann auch viele Tore schießen», sagte Ancelotti zur Offensivpower. «Leipzig hat es sehr gut gemacht in dieser Saison. Sie waren der beste Gegner für uns», lobte der italienische Trainer den Liga-Neuling, den die Bayern in der Hinrunde mit 3:0 besiegten.

Beim neuerlichen Kräftemessen Alt gegen Jung ist aus Münchner Sicht die nächste Machtdemonstration geplant. Und zum Saisonabschluss soll sowieso ein Sieg für die richtige Stimmung beim Jubeln mit Meisterschale, Bierduschen und Empfang auf dem Rathausbalkon folgen. «Ich bin bereit», erklärte Ancelotti schon einmal vorab.

Fotocredits: Swen Pförtner
(dpa)

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