Bildungschancen: Report des Deutschen Kinderhilfswerks

Bildungschancen: Report des Deutschen Kinderhilfswerks„Kinder an die Macht“ sang einst Herbert Grönemeyer, doch für viele Kinder und Jugendliche bleibt das Wunschdenken. Besonders diejenigen, die mit ihren Familien in Armut leben, fordern mehr Mitbestimmung. Das ist das Ergebnis des Reports des Deutschen Kinderhilfswerks für 2016 – einer repräsentativen Umfrage für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Einheitliches Bildungssystem gefordert

Drei Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in Armut, berichtet die „BILD“. Um ihre Chancen zu verbessern, fordern die Befragten endlich ein einheitliches Bildungssystem. 93 Prozent der 1331 Beteiligen, die Infratest dimap für das Deutsche Kinderhilfswerk interviewte, sehen dies als „wichtig“ und „sehr wichtig“. In ihren Augen müssen Kinder in Kitas und Schulen besser gefördert werden (95 Prozent), mehr Erzieher und Lehrer eingestellt sowie aktuelleres Lehrmaterial benutzt, und Kosten für Bücher, Mittagessen und Freizeitangebote übernommen werden (92 Prozent). 88 Prozent der Teilnehmer halten eine bessere Ausbildung von Erziehern und Lehrern unumgänglich sowie das Stärken von sozialen Kompetenzen. Für eine individuelle Förderung plädieren 82 Prozent, für längeres gemeinsames Lernen aller Kinder 78 Prozent.

Keine Fortschritte bei Bekämpfung der Kinderarmut

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert, dass es in der Bekämpfung der Kinderarmut keine ersichtlichen Fortschritte in den vergangenen Jahren gegeben habe. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben auch klare Vorstellungen, woran es krankt: 87 Prozent der befragten 589 Kinder und Jugendlichen sagen, dass ihre Eltern zu wenig Geld verdienen. 84 Prozent machen Alleinerziehung verantwortlich, ebenso Armut und Bildungsferne der Eltern, die weitergegeben werde. Nachlassender Zusammenhalt der Familie ist für eine knappe Mehrheit von 52 Prozent außerdem Ursache für ihre schwierige Situation.


Bild: Thinkstock, 470761441, iStock, christingasner

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