BVB-Trainer Tuchel nach Niederlage sauer

Berlin – Am Tag nach der Wiederwahl von Uli Hoeneß zum Bayern-Präsidenten durften die Fußballprofis des deutschen Meisters wieder einen Sieg bejubeln. Mit etwas Glück gewannen die Münchner 2:1 gegen Leverkusen.

Verärgert war BVB-Trainer Thomas Tuchel nach einem schwachen Auftritt in Frankfurt. Ein Blick auf die Samstagsspiele:

ELFMETERGLÜCK: Die Bayern führten gegen Leverkusen 2:1, als Kevin Volland auf Manuel Neuer zurannte und mit einem Heber knapp das Tor verfehlte. Erst die Fernsehbilder zeigten später, dass Münchens Javi Martínez den Ball mit der Hand abblockte. «Wenn man es jetzt sieht, war das ein klarer Elfmeter», sagte Volland im TV-Sender Sky. Auch Neuer musste eingestehen: «Da hätten wir uns über einen Elfmeter nicht beschweren können.» Für den Schiedsrichter-Experten Markus Merk ein «ganz klares absichtliches Handspiel, Elfmeter und Rot». Nur Leverkusens Trainer Roger Schmidt wollte nicht zürnen. «Klar war es eine Fehlentscheidung, aber es war schwer zu sehen», sagte Schmidt.

TRAINERZORN: Alles andere als entspannt war Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. Nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt beantwortete er stinksauer und verärgert die Fragen. «Unsere Leistung war ein einziges Defizit. Mit so vielen Defiziten in unserem Spiel ist in der Bundesliga kein Auswärtsspiel zu gewinnen», schimpfte der BVB-Coach. Die Führung durch Frankfurts Szabolcs Huszti (46. Minute) hatte sein Team durch Pierre-Emerick Aubameyang zwar noch gekontert (77.), doch quasi im Gegenzug erzielte Haris Seferovic (79.) den Siegtreffer.

TRAINERFREUDEN: Tuchels Frankfurter Kollege Niko Kovac dagegen durfte sich mit seinem Team zu «Eintracht Frankfurt international»-Gesängen feiern lassen. Die Hessen blieben zum siebten Mal in Serie ungeschlagen und stehen auf einem Champions-League-Rang. «Das war ein Spiel, wie man es sich eigentlich erträumt. So eine Leistung war nicht einfach, das schafft man nicht alle Tage», lobte Kovac, warnte aber sofort vor Übermut: «Wir werden nicht abheben. Wir werden hart arbeiten und wenn einer abhebt, werden wir dazwischengehen.»

ERGEBNISKRISE: Das 2:2 im Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen hilft keinem weiter. Der HSV verpasste den ersten Saisonsieg und ist mit nur vier Punkten weiterhin Letzter. Die ebenfalls abstiegsgefährdeten Bremer haben immerhin acht Zähler auf dem Konto, warten aber auch seit fünf Partien auf einen Sieg. «Ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden, aber die Saison ist noch lang», sagte HSV-Trainer Markus Gisdol. «Wir haben einen guten Geist bewiesen, sind immer zurückgekommen. Aber wir hätten hier gern gewonnen», sagte Bremens Coach Alexander Nouri – Ergebniskrise eben.

KATASTROPHE: Der VfL Wolfsburg musste sich über das glückliche und fast schon unverdiente 1:1 beim FC Ingolstadt sogar freuen. «Das Fazit ist ein glücklicher Punkt für uns», sagte VfL-Coach Valerien Ismael, der besonders die «katastrophale» erste Hälfte beklagte. Ein abgefälschter Schuss des eingewechselten Daniel Caligiuri (78. Minute) bescherte den Ausgleich, nachdem Anthony Jung (31.) Ingolstadt in Führung geschossen hatte. VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs besänftigte nur der «glückliche Punkt». Allein Ingolstadt habe die Mittel angewendet, die man im Abstiegskampf benötige, rügte er.

RATLOSIGKEIT: Nach dem respektablen Remis in der Champions League gegen Manchester City wollte Gladbach unbedingt in der Liga gegen Hoffenheim gewinnen. Doch am Ende stand es 1:1 – und der unter Druck stehende Gladbach-Coach André Schubert musste gestehen: «Dazu fällt mir nicht so viel ein. Wir waren taktisch gut eingestellt gegen eine gute Mannschaft, erarbeiten uns drei bis vier gute Torchancen und standen zweimal blank vor dem Tor.» Während Hoffenheim ungeschlagen blieb, sind die Gladbacher nun seit sieben Spielen ohne Erfolg.

Fotocredits: Ronald Wittek
(dpa)

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