Darmstadt 98 und die Leichtigkeit des Absteigens

Hamburg – Bei Darmstadt 98 haben sie sich längst mit dem Abstieg abgefunden. Und genau das macht das Team um Vorkämpfer Aytac Sulu auf der Zielgeraden der Bundesliga-Saison so stark.

«Es ist eine Mischung aus Leichtigkeit und nichts zu verlieren», begründete Sulu am Sky-Mikrofon, warum die quälende Serie von 14 punktlosen Auswärtspartien mit dem 2:1 beim Hamburger SV ihr Ende fand.

Doch der Kapitän mit der 98-DNA machte sich angesichts von elf Punkten Rückstand auf Rang 16 auch nach dem überraschenden Sieg am Samstag nichts vor: «Wir sind zu 99,9 Prozent abgestiegen.»

Trainer Torsten Frings hatte vor der Partie die Chancen auf den Liga-Verbleib auf «1:508 000 000» beziffert. Und auch nach dem Dreier wollte er sich keinerlei Träumereien hingeben, sondern lieber ein Loblied auf seine Mannschaft anstimmen. Deren Charakter sei einfach überragend. «Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, dass wir nicht bis zum Schluss alles geben», sagte Frings. «Das macht mich stolz.»

Geht es nach Keeper Michael Esser, dann soll auch nach der nächsten Partie gegen Freiburg das Ende des Darmstädter Erstliga-Abenteuers nicht besiegelt sein: «Ich hoffe, dass wir das Ganze in die Länge ziehen können.» Und der 2:0-Torschütze Felix Platte ging – nicht ganz ernst gemeint – noch weiter: «Vielleicht klappt noch ein Wunder!»

Fotocredits: Daniel Reinhardt
(dpa)

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