Das «Wunder von Innsbruck»: Olympische Bronze 1976

Pyeongchang – In einem Olympia-Halbfinale stand Deutschlands Eishockey-Team bislang noch nie – trotz der beiden 1932 und 1976 gewonnenen Bronzemedaillen.

Vor 86 Jahren in Lake Placid waren nur vier Teams am Start, K.o.-Spiele gab es nicht. Auch 44 Jahre später beim vielzitierten «Wunder von Innsbruck» wurden die Medaillen in einer Sechser-Runde vergeben. Die Umstände waren dramatisch.

Am 14. Februar 1976 gingen die deutschen Spieler um Erich Kühnhackl, Alois Schloder und den heutigen Verbandspräsidenten Franz Reindl trotz des 4:1 gegen die USA geschlagen vom Eis. Punktgleich landeten sie mit den USA und Finnland auf dem dritten Platz, hatten aber die schlechtere Tordifferenz im Vergleich mit den Finnen. Der Fall schien klar.

Irgendwann kam Sportdirektor Roman Neumayer in die Kabine und gratulierte zu Bronze. Ungläubig schauten sich die Spieler an. Die Lösung: Damals galt bei Punktgleichheit nicht die Tordifferenz, sondern der Torquotient – was kaum jemand wusste. Erzielte Treffer wurden durch kassierte Tore geteilt. Finnland kam dabei im direkten Vergleich mit Deutschland auf einen Quotienten von 1,125, Deutschland dagegen auf 1,167. Um 0,041 Punkte lag das deutsche Team damit vor den Finnen und ergatterte die Bronzemedaille.

Ein Erfolg, der bisher nicht wiederholt wurde. Bei keinem internationalen Turnier erhielten die Deutschen seither in dieser Sportart eine Medaille. Das könnte sich in Pyeongchang ändern.

Fotocredits: dpa
(dpa)

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