Deutschlands Gruppengegner im WM-Check – Das sind ihre Stärken und Schwächen

Deutschlands Gruppengegner im WM-Check – das sind ihre Stärken und SchwächenDie Stunden bis zum Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sind gezählt. Am Abend trifft der Gastgeber auf Kroatien. Die deutsche Nationalmannschaft muss am Montag, den 16. Juni das erste Mal antreten. Mit Portugal wartet ein starker Gegner auf Jogis Jungs und auch die anderen Teams in Gruppe G, Ghana und die USA, sind nicht zu unterschätzen. Wir haben uns die Stärken und Schwächen der drei Mannschaften einmal angeschaut.

Portugal:

Zwar werden der portugiesischen Mannschaft seitens der Experten eher wenige Chancen auf den Titel eingeräumt, doch hat das Team einen großen Pluspunkt – und der heißt Christiano Ronaldo. Rechtzeitig zum Abflug nach Brasilien war der vormals angeschlagene Superstar wieder topfit und bewies schon in der Vorbereitung, dass er immer noch mit dem Ball zaubern kann.
Trotzdem war die WM-Qualifikation für die Portugiesen ein steinigerer Weg als sonst – erst über die Playoffs gegen Schweden konnte sich das Team das Brasilien-Ticket sichern.

Die Stärken:

Gerade im zentralen Mittelfeld können die Iberer punkten. Ein intelligenter Spieler mit einem herausragendem Positionsspiel, der auch den Ball in den eigenen Reihen halten kann, ist der Sechser Miguel Veloso. Unterstützt wird er von Joao Moutinho, der ähnlich wie Veloso das Aufbauspiel entscheidend vorantreiben kann. Der dritte im Bunde ist der robuste, kombinations- und kampfstarke Raul Meireles, der dem direkten Gegenspieler auch schon mal das Leben schwer machen kann.
Vor dem Mittelfeld steht mit Ronaldo und Nani ein gefährlicher Sturm, der für seine schnellen Konter berüchtigt ist. Vor allem in den Testspielen vor der WM wurde die wiedergewonnene Spielfreude und Kombinationsstärke der portugiesischen Offensive deutlich.
Auch in der Defensive läuft es rund. Die Innenverteidigung um Joao Pereira und Fabio Coentrao bildet eine sichere Stütze für das Stellungsspiel und erhält viel Unterstützung vom zentralen Mittelfeld, wodurch auch schon hier schnelle Konter entstehen können.

Die Schwächen:

Gut für die deutsche Mannschaft: im Ballbesitz ist das portugiesische Team nicht besonders sicher. Durch gutes Flachpassspiel, welches Jogi Löw in den vergangenen Wochen immer wieder mit seinen Jungs trainiert hat, lässt sich Portugal also relativ leicht ausschalten. Grund hierfür ist, dass das ganze Spiel um Stürmerstar Christiano Ronaldo aufgebaut wird. Seine Dribblings sollen nach vorne gehen, die ihm zugeteilte linke Seite lässt er aber dabei aber oft im Stich. Es kommt zu Verbindungsproblemen, die Außenverteidiger müssen aufrücken. Hinten stehen dann mit Bruno Alves, Miguel Veloso und Pepe nur noch drei Männer. Somit ist Portugal nicht nur selbst konterstark, sondern auch konteranfällig. Die in solchen Fällen dünn besetzte Defensive kann die drohende Torgefahr nur selten abwenden.

Fazit:

Ronaldo ist der Dreh- und Angelpunkt des portugiesischen Teams. Ist er stark, ist auch die Mannschaft stark. Konterfußball und die defensive Aufstellung machen es den Gegnern schwer, andersherum passierten hier in den letzten Jahren auch oft Fehler. Trotzdem, Portugal ist wie Deutschland eine Turniermannschaft – das Spiel am Montag wird also mit Sicherheit spannend werden.

Ghana:

Defensiv ist Ghana wohl die stärkste afrikanische Mannschaft und auch offensiv kann sich das Team auf seine Stürmer verlassen. Allerdings ist das Stellungsspiel mit einem 4-4-2-System recht simpel und könnte Ghana in den Gruppenspielen einige Probleme bereiten.

Die Stärken:

Das ghanaische Team spielt schon lange mit dem gleichen System und ist daher sehr eingespielt. Jeder weiß, wo er zu stehen hat und wie seine Laufwege sind. In der Offensive operieren die Flügelstürmer Jordan Ayew und Asamoah Gyan clever und sicher. Dies zeigt auch das schnelle Passspiel. Ungewöhnlich: In ihren Vereinen werden bei Spieler im Mittelfeld eingesetzt, nur in der Nationalmannschaft bilden sie den Sturm. Doch gerade das stärkt auch das Mittelfeld Ghanas. Die Spieler haben durch die Unterstützung von vorne die Möglichkeit, den Ball stabil in den Reihen zu halten und über außen auch mal schnelle Pässe vor das Tor zu geben.

Die Schwächen:

Durch die überwiegende Zusammenarbeit zwischen Sturm und Mittelfeld entsteht nach hinten zur Defensive eine riesige Lücke. Diese Lücke kann zur Achillesverse der ghanaischen Mannschaft werden. Zudem ist das 4-4-2-System sehr durchschaubar. Spielstarke Teams wie Deutschland und Portugal können so Ghana gut ausspielen und zu vielen Torchancen kommen.

Fazit:

Wenn Ghana im ersten Spiel die USA besiegt, ist schon einmal ein guter Grundstein gelegt. Bereits vor vier Jahren zeigte das Team gegen Deutschland, dass es auch überraschen kann. Damals setzte man auf eine 4-5-1-Formation, die Löws Elf sicher auch heute noch überrumpeln würde.

USA:

2006 zeigte Deutschlands früherer Trainer Jürgen Klinsmann wie es geht: Mit viel Triumph zog er mit seiner Mannschaft ins Halbfinale ein und gewann später das Spiel um Platz drei gegen Portugal. Ein Sommermärchen, das sich so nur mit viel Glück für sein neues Team USA wiederholen könnte. Trotzdem muss sich der Kader um den Ex-Schalker Jermaine Jones nicht verstecken: Im letzten Jahr hat die Mannschaft eine gute Entwicklung genommen und ist stark wie bei keiner WM zuvor.

Die Stärken:

Unter Jürgen Klinsmann blüht der amerikanische Sturm auf. Der Spielmacher Clint Demsey harmoniert großartig mit dem erfahrenen Michael Bradley; der starke Freistoßschütze Jozy Altidore verbindet das Mittelfeld hervorragend mit dem Sturm – auch wenn seine Saison bei Sunderland eher durchwachsen war. Zudem können die USA durch ihre Kondition punkten. Klinsmann setzt auf deutsche Tugenden und somit auf eine penetrante Zweikampfführung, frühe Attacken und aggressives Laufspiel.

Die Schwächen:

Die amerikanische Mannschaft ist nicht sehr flexibel – dazu mangelt es einfach an Spielermaterial. Außerdem zeigte die Leistungskurve nach einer Siegesserie von 12 Spielen (auch gegen Deutschland) in den letzten Monaten eher nach unten. Vom Kader her ist der der USA unserer Meinung nach der schwächste der Gruppe G.

Fazit:

Aggressivität und Kraft können spielstarken Gegnern mit ein bisschen Glück schnell den Wind aus den Segeln nehmen – allerdings ist die körperliche Stärke nicht alles. Im amerikanischen Team gibt es keinen Ballzauberer, der das Spiel auch mal allein entscheiden kann. Ein Sieg gegen Ghana würde das Team im Kampf gegen Portugal und Deutschland stärken, alles in allem ist ein Weiterkommen der USA aber eher unwahrscheinlich.

Bild: Thinkstock, iStock, Ig0rZh

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