DFB-Frauen nach Sieg gegen China im Halbfinale

Salvador – Mit einem Hammertor hat Melanie Behringer die deutschen Fußball-Frauen ins Olympia-Halbfinale geschossen und den Gold-Traum zum Abschied von Bundestrainerin Silvia Neid am Leben erhalten.

Mit ihrem Treffer in der 76. Minute bewahrte die Mittelfeldspielerin vom deutschen Meister Bayern München die drückend überlegene DFB-Auswahl beim 1:0 (0:0) im Viertelfinale gegen China vor einer kräftezehrenden Zusatzschicht.

Kurz vor Schluss hatte die DFB-Auswahl Glück, als Wang Shuang (84.) einen von Leonie Meier verursachten Foulelfmeter an den Pfosten schoss. Die Chinesinnen waren zu diesem Zeitpunkt nur noch zu Zehnt auf dem Feld, nachdem Wang Shanshan in der 57. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Die nach den Rio-Spielen aus dem Amt scheidende Bundestrainerin Neid darf damit weiter auf eine Medaille zum Abschied hoffen. Auf der Jagd nach dem bisher unerreichten Gold – 2000 in Sydney, 2004 in Athen und 2008 in Peking gab es jeweils Bronze – soll nun auch die nächste Hürde am kommenden Dienstag in Belo Horizonte genommen werden. Den Halbfinalgegner ermitteln Kanada und Frankreich.

Nach der 1:2-Niederlage im letzten Vorrundenspiel gegen Kanada stellte Neid ihre Startformation auf fünf Positionen um. Die DFB-Elf übernahm sofort die Initiative und ließ die Chinesinnen kaum aus der eigenen Hälfte kommen.

Die Angriffe des Europameisters prallten jedoch immer wieder an der chinesischen Abwehr-Mauer ab. Wie im gesamten Turnierverlauf war das deutsche Offensivspiel nicht zwingend genug. So blieb es in der ersten Halbzeit bei Halb-Chancen für Meier (6.), Saskia Bartusiak (32.) und Sara Däbritz (36.). Immerhin wirkte die zuletzt schwächelnde Defensive gefestigt, die von den erschreckend harmlosen Asiatinnen allerdings auch kaum gefordert wurde.

In der zweiten Halbzeit erhöhte das DFB-Team den Druck. Anja Mittag prüfte Chinas Torhüterin Zhao Lina erstmals mit einem Schuss aus 20 Metern. Dann hatte Tabea Kemme das 1:0 auf dem Fuß, doch Tan Ruyin rettete auf der Linie. Den Nachschuss von Bartusiak parierte Zhao. Auch ein Kopfball von Alexandra Popp (60.) und ein Schuss von Behringer (73.) fanden nicht den Weg ins Tor. Kurz darauf nahm die 30-Jährige aus 20 Metern dann richtig Maß und hämmerte den Ball ins obere Eck.

Zuvor hatten die US-Girls ihren Traum vom fünften Olympiasieg überraschend begraben müssen. Der Weltmeister verlor im Viertelfinale gegen Schweden mit 3:4 im Elfmeterschießen und blieb damit erstmals überhaupt ohne Medaille. Es war der erste Showdown vom Punkt in der Olympia-Geschichte. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Fotocredits: Cristiane Mattos
(dpa)

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