Die Deutsche Bank – Verdacht auf Marktmanipulation

Bulle und BärDie Nachrichten über unerlaubte Marktmanipulationen durch Mitarbeiter der Deutschen Bank reißen nicht ab. Nach der Libor- und Euribor-Affäre geraten jetzt Devisenmarktgeschäfte verstärkt in den Blick der Aufsichtsbehörden. Dem bereits angeschlagenen Ruf des Finanzinstituts dürfte dies weiter Schaden zufügen.

Unzulässige Devisengeschäfte

Vor wenigen Tagen wurden mehrere Devisenhändler in New York und anderen amerikanischen Niederlassungen der Deutschen Bank beurlaubt. Sie sollen die Referenzkurse bei einigen Währungen manipuliert haben. Bereits seit Mitte letzten Jahres ermitteln die zuständigen Aufsichtsbehörden in dieser Sache gegen mehrere Bankhäuser. Neben der Deutschen Bank zählen dazu renommierte Namen wie JP Morgan, Barclays und Citigroup. Der Devisenmarkt gilt als der weltweit größte Finanzmarkt. Börsentäglich wird hier ein Volumen von fünf Billionen Dollar umgesetzt. Der Handel findet seit der Abschaffung der Devisenbörsen nicht mehr physisch statt, sondern ausschließlich computergestützt zwischen den beteiligten Marktakteuren. Dieser Umstand mag unzulässige Manipulationen begünstigt haben.

Zinsaffäre geht weiter

Die Zinsaffäre um die Libor- und Euribor-Manipulationen ist dabei längst nicht ausgestanden. Erst im Dezember hatte die EU-Kommission eine 725 Millionen Euro-Strafe gegen die Deutsche Bank verhängt. Weitere Strafzahlungen aus Großbritannien und den USA werden erwartet. Die Ermittlungen in der Affäre dauern an. Sie hatten bereits 2012 mit einer Sonderprüfung begonnen, aktuell untersucht eine bekannte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag der BaFin weitere Dokumente und Unterlagen. Das Material soll umfangreich sein. Die Sonderprüfung wird daher möglicherweise noch das gesamte laufende Jahr in Anspruch nehmen. Bis zu 150 Mitarbeiter in unterschiedlichen Organisationsbereichen sollen von den Ermittlungen betroffen sein. Mit der internen Aufarbeitung der Zinsmanipulationen durch das Frankfurter Geldhaus ist die Finanzaufsicht unzufrieden. Die Aufseher sehen bei den mit der bankinternen Prüfung beauftragten Vorstandsmitgliedern mögliche Interessenskonflikte und bezweifeln daher die Untersuchungsergebnisse. Ende Januar wird sich der Aufsichtsrat der Deutschen Bank mit dem Thema befassen.

Vorerst keine Konsequenzen an der Spitze

Für die Aktionäre der Deutschen Bank lassen die Untersuchungen nichts Gutes erwarten. Weitere Millionenstrafen und Imageschäden werden sich auch auf die Ertragslage des Instituts ungünstig auswirken. Der vom Vorstand angekündigte Kulturwandel ist jedenfalls nicht sichtbar. Die Position der beiden Lenker Jain und Fitschen wird dadurch sicher nicht besser. Dennoch wird kurzfristig nicht mit personellen Konsequenzen gerechnet.

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