Einstweilige Verfügung gegen Kinds Übernahme-Plan beantragt

Hannover (dpa) – Bei Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 gibt es weiter massiven Widerstand gegen die Absicht von Clubchef Martin Kind, die Mehrheit der Profigesellschaft zu übernehmen.

Das Aufsichtsratsmitglied Ralf Nestler hat vor dem Landgericht Hannover eine einstweilige Verfügung gegen Kinds geplanten entsprechenden Antrag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) beantragt. Das teilte die Interessensgemeinschaft Pro Verein 1896 mit.

Kind reagierte gelassen. «Die Klage ist angekündigt worden, wir sind daher nicht überrascht. Da beginnt dann das normale Spiel vor Gericht», sagte Kind dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland». Der 73 Jahre alte Unternehmer wies auch Vorwürfe zurück, die Anteilsmehrheit sei weitaus mehr wert als die 12 750 Euro, die der Stammverein dafür erhalten soll. Der Aufsichtsrat hatte zuvor mit 3:2 Stimmen entschieden, dass Kind für diese Summe 51 Prozent der Anteile an der Hannover 96 Management GmbH übernehmen kann.

Ein ebenfalls von Nestler in Auftrag gegebenes und vom früheren DFL-Geschäftsführer Christian Müller erstelltes Gutachten zu dem Thema war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Wert der Anteilsmehrheit «mindestens im zwei-, eher dreistelligen Millionenbetrag» läge. «Ich kenne Christian Müller aus seiner Zeit bei der DFL. So weit ich weiß, ist er kein Betriebswirt oder Steuerberater. Das kann man nicht ernst nehmen», sagte Kind. Müller arbeitet inzwischen als Hochschullehrer für Sportmanagement.

Die 96-Verantwortlichen erwarten angesichts der geplanten Machtübernahme in den ersten Saisonspielen Fanproteste.

Fotocredits: Peter Steffen

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