Erstes Tor seit Mai 2018: Joker Drmic rettet Gladbach-Remis

Mönchengladbach – Borussia Mönchengladbach hat dank Joker Josip Drmic im Kampf um die Europacup-Qualifikation einen mehr als glücklichen Punkt gerettet, 1899 Hoffenheim wurde dagegen wieder einmal für seine extrem fahrlässige Chancenverwertung bestraft.

Im direkten Duell am drittletzten Spieltag kam die verunsicherte und angesichts von 10:24 Torschüssen klar unterlegene Borussia zu einem 2:2 (0:1) und bleibt mit 52 Punkten einen Zähler vor Hoffenheim.

Zwei weitere Anwärter auf den vierten Champions-League-Platz, Leverkusen (51) und der Vierte Frankfurt (54), treffen am Sonntag aufeinander. Sollte Leverkusen punkten, würde die TSG komplett aus den Europacup-Rängen rutschen. Für Trainer Julian Nagelsmann sinken dadurch die Chancen, sich als Europacup-Teilnehmer nach Leipzig zu verabschieden. Bei Dieter Hecking sind sie zumindest leicht gestiegen. Der Gladbacher Trainer, der mit seinem sichtlich verunsicherten Team keines der letzten sieben Heimspiele gewann, wird am Saisonende von Salzburgs Marco Rose ersetzt. 

Den unverhofften Punkt sicherten Nationalspieler Matthias Ginter (72.) und Joker Drmic mit seinem ersten Tor seit fast genau einem Jahr (84.). Pavel Kaderabek (33.) und der ebenfalls eingewechselte Nadiem Amiri (79.) hatten Hoffenheim zweimal in Führung gebracht.

Die Gäste waren vom Anpfiff weg das dominante Team mit deutlich mehr Selbstvertrauen. Kerem Demirbay (5.) und Hoffenheims Rekordtorschütze Andrej Kramaric nach einem Fehler des sonst starken Gladbach-Torhüters Yann Sommer (6.) hatten vor 51 807 Zuschauern schon früh das 0:1 auf dem Fuß, zielten aber jeweils knapp drüber.

Die Gladbacher wirkten hektisch und nervös, machten sich fast alle vielversprechenden Angriffe durch fahrige Aktionen selbst zunichte und waren auch defensiv häufig überfordert. Präsidiums-Mitglied und Ex-Trainer Hans Meyer hatte augenscheinlich recht, als er am Freitagabend erklärte: «Dieter Hecking hat momentan keine Mannschaft, in der einiges von alleine und leicht geht. Das ist nicht mit Quatscherei zu klären. Das steckt tief drin.»

Auch die Gladbacher Fans zeigten sich ungeduldig, schon nach zehn Minuten waren erste Pfiffe deutlich zu vernehmen. Hoffenheim musste sich nur vorwerfen lassen, den Gegner im Spiel zu lassen. Bis zur Pause waren 12:1 Torschüsse für 1899 verzeichnet. Gladbachs einziger war bezeichnenderweise ein Freistoß von Patrick Herrmann (25.) aus 22 Metern. Das 0:1 durch Kaderabeks Kopfball nach Ecke von Demirbay zeichnete sich aber ab. Hoffenheim hatte Chancen fast im Minutentakt. Als Stefan Posch die Latte traf (35.) wurden die Pfiffe lauter. Borussen-Fans sangen «Wir wollen Euch kämpfen sehen».

Zu allem Überfluss musste Hecking zur Pause in Herrmann und Tony Jantschke noch zwei Spieler auswechseln. Bezeichnend für die angespannte Stimmung die Durchsage von Stadionsprecher Torsten Knippertz: «Bevor Ihr pfeift: Flaco und Tony sind verletzt.»

An der Kräfteverteilung änderte sich nichts, doch Hoffenheim wucherte weiter mit Chancen. Kramaric vergab sogar freistehend mittig vor dem Tor (70.). Fast wie Hohn, aber doch wie eine gerechte Strafe wirkte Ginters 1:1 nach drei abgewehrten Bällen. Plötzlich ging es hin und her. Thorgan Hazard hatte die Chance zum 2:1 (76.), Hoffenheims Nico Schulz traf die Latte (78.). Dann war Amiri vier Minuten nach seiner Einwechslung erfolgreich. Drmic benötigte aber sogar nur drei.

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)

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