Ex-Coach Behle verteidigt Langläufer – Legt «Hand ins Feuer»

Pyeongchang – Der frühere Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle hat die deutschen Sportler nach den Enthüllungen über dopingverdächtige Blutwerte verteidigt.

«Ich lege die Hand für meine damaligen Athleten ins Feuer, das würde ich in keinster Weise etwas einschränken», sagte Behle in der Sendung «heimspiel!» im Hessischen Rundfunk. Mehrere europäische Medien, darunter die ARD-Dopingredaktion, hatten berichtet, dass im Langlauf zwischen 2001 und 2017 bei einer hohen Zahl von Medaillengewinnern verdächtige Blutwerte festgestellt worden seien.

Der 57 Jahre alte Behle, der die Langläufer von 2002 bis 2012 als Trainer betreute, forderte weitere Fakten von den Enthüllern, «damit wir auch die Liste haben und konkret über Namen sprechen können». Der frühere Coach bezweifelt, «dass es diese Liste überhaupt gibt», sagte er über die angeblich 313 auffälligen Gewinner einer Medaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Dem Rechercheverbund, dem neben der ARD auch die «Sunday Times», das schwedische Fernsehen SVT und das Schweizer Digitalmagazin republik.ch angehören, war von einem Whistleblower eine Datenbank mit rund 10 000 Bluttests von fast 2000 Wintersportlern zugespielt worden, die diese ungewöhnliche Häufigkeit verdächtiger Blutwerte dokumentieren soll. Experten zufolge liegt laut einer ARD-Mitteilung die Wahrscheinlichkeit einer anderen Ursache als Doping für derartige Werte unter Topathleten bei lediglich einem Prozent.

Fotocredits: Hendrik Schmidt
(dpa)

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