Frankfurt erlebt Pleiten-, Pech- und Pannen-Tag

Frankfurt/Main – Eintracht Frankfurt hat in der Fußball-Bundesliga einen bitteren Nachmittag erlebt. Der bisherige Tabellendritte kassierte mit 0:2 (0:1) gegen den Abstiegskandidaten FC Ingolstadt die erste Heimniederlage dieser Saison und büßte dadurch auch seinen Champions-League-Platz ein.

Noch in der ersten Halbzeit verloren die Frankfurter zudem die beiden Verteidiger David Abraham wegen einer Roten Karte (35. Minute) und Jesus Vallejo wegen einer Verletzung. In Unterzahl bekam die Eintracht zwar noch einmal einen Foulelfmeter (56.), doch Makoto Hasebe scheiterte an Torwart Martin Hansen und setzte den Nachschuss aus wenigen Meter nur an die Latte des leeren Tores. Zu allem Übel sah Mittelfeldspieler Omar Mascarell die zehnte Gelbe Karte der Saison und wird im nächsten Spiel bei Hertha BSC nun ebenfalls fehlen. Dass auch Ingolstadts Mathew Leckie noch die Rote Karte sah (81.), fiel kurz vor Schluss nicht mehr ins Gewicht.

So viel Pleiten, Pech und Pannen aus Frankfurter Sicht auch zusammenkamen: Der überraschende Sieg für Ingolstadt war nicht unverdient. Romain Bregerie in der 26. Minute und Pascal Groß per Foulelfmeter (69.) schossen die beiden Tore und sicherten dem Tabellenvorletzten drei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Der FCI ließ die Eintracht vor allem in der ersten Halbzeit nie richtig ins Spiel kommen, störte vorne früh und stand hinten zumeist sicher. Frankfurts Trainer Niko Kovac hatte schon vor der Partie gewarnt, dass dieser Gegner sehr unangenehm sei und eigentlich zu Unrecht auf Platz 17 stehe. Genau das bewahrheitete sich dann auch.

Besonders bitter war der Nachmittag vor 46 300 Zuschauern für Eintrachts Argentinier Abraham. Der sonst so zuverlässige Abwehrspieler patzte schon vor dem mitentscheidenden 0:1, als er den Franzosen Bregerie nach einem allerdings zu Unrecht wiederholten Eckball in seinem Rücken laufen ließ.

Nur neun Minuten später flog Abraham dann vom Platz, weil er den Ingolstädter Stürmer Dario Lezcano mit gestrecktem Bein an der Brust traf. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung, durch die Schiedsrichter Guido Winkmann zum Buhmann der Frankfurter Fans wurde.

Die zeitweise sehr aufgeheizte Atmosphäre im Stadion brachte allerdings auch die Gäste etwas aus dem Konzept. Frankfurt spielte mit zehn Mann zumindest leidenschaftlicher und engagierter als noch zu Elft – und Ingolstadt ließ sich dadurch zeitweise beeindrucken.

Lezcano vergab kurz nach der Pause die große Chance zum 0:2, ein einfacher Fehler von Verteidiger Marcel Tisserand brachte der Eintracht den Elfmeter ein. Doch der große Favorit war am Samstag nicht in der Lage, die wenigen Ingolstädter Fehler zu bestrafen.

Auf der Gegenseite nutzten die Gäste ihre Elfmeterchance und entschieden dadurch dieses harte, nickelige Spiel. Der für den verletzten Vallejo eingewechselte Michael Hector hatte zuvor Mathew Leckie an der Strafraumgrenze gefoult.

Während Ingolstadt im Abstiegskampf neue Hoffnung schöpft, muss die Eintracht nun erstmals in dieser Saison zwei Niederlagen nacheinander und auch eine lange Ausfallliste verkraften. In Ante Rebic hatte sie am Samstag nur einen großen Aktivposten. Das war zu wenig.

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

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