Hertha wächst über sich hinaus: 2:1 gegen Dortmund

Berlin – Mit einem Sieg gegen den Champions-League-Viertelfinalisten Borussia Dortmund hat Hertha BSC seinen Anspruch auf einen Platz im europäischen Wettbewerb eindrucksvoll untermauert.

Die Berliner entschieden das hochklassige Topspiel der Fußball-Bundesliga mit 2:1 (1:0) für sich. Im mit 74 667 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion erzielten Salomon Kalou (11. Minute) und Marvin Plattenhardt (71.) die Berliner Tore. Pierre-Emerick Aubameyang hatte für den BVB zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen (55.).

Nach dem Unentschieden in der Liga und dem Pokal-K.o. erst im Elfmeterschießen gelang den Berlinern der erste Sieg über den BVB in dieser Saison. Hertha ist weiter mit 31 Punkten aus zwölf Spielen die stärkste Heimmannschaft der Bundesliga. Dortmund verlor als Leipzig-Verfolger auf Rang drei weiter wertvollen Boden.

Die Berliner erwischten einen Traumstart und dominierten die ersten 20 Minuten. Der auffälligste Hertha-Spieler war Kalou, der mit seinem sechsten Saisontreffer auch für die Führung nach perfekter Vorarbeit durch Vedad Ibisevic sorgte. In der 16. Minute musste Raphael Guerreiro in höchster Not nach einem Kalou-Schuss für den BVB auf der Torlinie retten. Nach gut 20 Minuten bekamen die Dortmunder das Spiel aber immer besser in den Griff.

Der Bundesliga-Torschützenkönig Aubameyang, der zuvor im Berliner Olympiastadion noch nie getroffen hatte, vergab zwei Chancen. Marc Bartra scheiterte in der 39. Minute mit einem Kopfball an Hertha-Keeper Rune Jarstein, der kurz vor dem Wechsel noch eine gefährliche Flanke von André Schürrle entschärfte. Sekunden vor dem Abpfiff verpasste Kalou die Möglichkeit zum 2:0 nach einer Flanke von Plattenhardt.

Nach dem Wechsel zeigten die Gastgeber, die in dieser Saison erst ein Heimspiel verloren haben, weiter eine überzeugende Vorstellung. Dabei scheiterten zunächst Genki Haraguchi und Per Skjelbred. Dann aber schienen die Gäste in der 55. Minute die Wende eingeleitet zu haben: Aubameyang, der beim glanzvollen 4:0 in Lissabon vor drei Tagen dreimal getroffen hatte, erzielte den Ausgleich. Jarstein war zwar mit den Fingerspritzen noch am Ball, konnte das 1:1 aber nicht verhindern. Kurz danach vergab Gonzalo Castro das mögliche 2:1 für Dortmund, schoss jedoch weit am Tor vorbei.

In der 66. Minute brachte Hertha-Trainer Pal Dardai nach dreimonatiger Verletzungspause Mitchell Weiser für Ibisevic. Kurz danach stand das nach dem 1:1-Unentschieden gegen Bayern München zum zweiten Mal ausverkaufte Olympiastadion Kopf: Freistoßspezialist Plattenhardt zirkelte einen ruhenden Ball aus 17 Metern zum 2:1 in den rechten Winkel. Diesmal – anders als beim Spiel gegen Bayern – verteidigte die Hertha in vier Minuten Nachspielzeit die drei Punkte.

Fotocredits: Annegret Hilse
(dpa)

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