Heynckes traut Ribéry und Robben nochmal Großes zu

München – Beim Abschied aus Katar posierte Arjen Robben noch für ein Foto mit seinem Landsmann Wesley Sneijder. Der langjährige Teamkollege aus der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft ist gerade in Doha als Neuzugang des katarischen Erstligisten Al Gharafa angekündigt worden.

Der 33-jährige Sneijder lässt im Golfstaat seine Profikarriere ausklingen. Robben, der im Januar 34 wird, sieht sich dagegen beim FC Bayern ebenso wie sein langjähriger Weggefährte Franck Ribéry, der im April 35 wird, nicht als Auslaufmodell an.

Was wird aus Rib und Rob, der Flügelzange? Das ist eine der spannendsten Fragen, die der Herbstmeister in die am Freitag in Leverkusen beginnende Rückrunde mitnimmt. Die Verträge der Altstars, die das Bayern-Spiel seit 2007 (Ribéry) beziehungsweise 2009 (Robben) prägen und gemeinsam 2013 am historischen Triple-Gewinn beteiligt waren, laufen am Saisonende aus. Zukunft ungewiss, heißt das.

Der Verein will die Entwicklung abwarten. Erst im Frühjahr soll es konkrete Gespräche geben. «Wir haben keinen Druck, denke ich. Wir wissen, was wir an den Spielern haben. Und die Spieler wissen, was sie am FC Bayern haben», sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Endet 2018 die Ära von Robbéry? Geht einer? Müssen beide gehen? Oder gibt es noch ein Jahr Zuschlag? «Der Verein muss machen, was er denkt, was gut ist», sagte Robben im Trainingslager. Ribéry gab sich nach außen gelassen hinsichtlich der Zukunft. «Ich habe kein Datum, keinen Monat. Das ist für mich nicht wichtig», sagte der Franzose.

In Doha mussten die häufig verletzten Ü30-Kicker kein Training auslassen. Im Gegenteil: Sie waren mit großem Elan bei der Sache, gerade Robben ist ein Vorbild an Trainingsfleiß. Jupp Heynckes war sehr angetan: «Beide sind hochmotiviert. Es ist nicht nur wichtig, dass wir noch solche Führungsspieler in der Mannschaft haben, sondern auch, dass sie ihr Potenzial abrufen können. Das wird von größter Bedeutung für die nahe Zukunft sein.»

Die nahe Zukunft, diese zählt für den Trainer-Rückkehrer, Heynckes muss nur bis zum Saisonende denken. Der 72-Jährige setzt nochmal auf Ribéry und Robben, die im Bayern-Trikot «Großartiges über viele Jahre» geleistet haben: «Für mich ist die Leistungsfähigkeit nicht vom Alter abhängig. Sie ist für mich von der Motivation, der körperlichen Fitness und der Bereitschaft, noch einmal eine Saison richtig durchzuziehen, abhängig. Ich persönlich bin felsenfest überzeugt, dass sie auch eine gute Rückrunde spielen werden.»

Was danach passiere, sei nicht mehr seine Sache, sagte Heynckes: «Das ist in der Entscheidungsgewalt des Clubs.» Die Bosse müssen erstmal die Trainerfrage klären, die maßgeblich für die Kaderplanung ist.

Ohne ein letztes Hurra wollen Ribéry und Robben in München nicht abtreten. «Ich fühle mich gut. Ich bin gut zurückgekommen nach der Knieverletzung», sagte Ribéry. Ohne den FC Bayern würde sein Leben ärmer: «Wenn ich auf dem Platz mit meiner Mannschaft bin, bin ich glücklich.» Er spürt auf dem linken Flügel die immer stärkere Konkurrenz seines jungen Landsmannes Kingsley Coman (21), mit dem der Rekordmeister gerade den Vertrag bis 2023 ausgedehnt hat.

Robben ist auf dem rechten Flügel immer noch die Nummer 1, wenn er fit ist. In Doha feierte er beim 6:0 im Test gegen Al-Ahli mal wieder ein Comeback – als Torschütze. «Ich war die letzten Wochen vor der Winterpause raus, das muss ich jetzt ein bisschen aufholen», sagte er danach. Bayerns Siegtorschütze im Champions-League-Finale 2013 gegen Borussia Dortmund weiß genau, worauf es in den kommenden Monaten ankommt: «Die großen Spiele werden kommen. Die Titel werden am Ende verteilt. Dann müssen wir da sein!» Dann, in den großen Spielen, wird sich auch eine weitere Zukunft von Robbéry beim FC Bayern weisen.

Fotocredits: Sven Hoppe
(dpa)

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