«Hut ab»: Herthas vorweihnachtlicher Torgarant Kalou

Berlin – Die schwarzen Handschuhe streifte Salomon Kalou auch beim Sieger-Interview in den zugigen Katakomben des Olympiastadions lieber noch nicht ab.

Der schmuddelige Berliner Früh-Winter scheint den Ivorer aber zu beflügeln, auch beim dringend benötigten 3:1 über Hannover 96 stellte er seinen Ruf als vorweihnachtlicher Torgarant für Hertha BSC unter Beweis. «So lange ich treffe, mag ich das Wetter», scherzte der 32-Jährige nach der Partie im Dauer-Schneeregen mit seinem typisch breiten Grinsen.

15 seiner 33 Bundesligatore seit 2014 erzielte der frühere Stürmer vom FC Chelsea bislang in den Monaten November und Dezember. Und auch jetzt wahrte Kalou mit dem späten 1:1 beim FC Augsburg und dem Doppelpack gegen Hannover fast im Alleingang die Aussicht auf ein sportlich entspanntes Weihnachtsfest. «Hut ab», lobte Coach Pal Dardai. «Ich habe immer gesagt, dass die Arbeit mit den vielen jungen Spielern nur funktioniert, wenn ältere Spieler sehr professionell sind und als Vorbild arbeiten. Und Salomon hat heute die Tore geschossen, sehr gut gearbeitet, vorbildlich alles mitgemacht – das brauchen wir.»

Im Team der Berliner hat auch Vedad Ibisevic die Rolle als erfahrener Anleiter der Rasselbande inne – nach 90 Minuten auf der Bank gratulierte der Kapitän dem Matchwinner zur Gala-Leistung. Nach längeren Schwächephasen vor allem zu Beginn dieser Spielzeit war die Frage legitim, ob die Vertragsverlängerung mit beiden Routiniers über die aktuelle Saison hinaus noch zukunftsträchtig sein wird.

Doch nach Ibisevic vor einigen Wochen befindet sich nun auch Kalou wieder im Formhoch. Für ihn waren es bereits die Tore Nummer fünf und sechs in Aufeinandertreffen mit 96 – gegen keinen anderen Bundesliga-Kontrahenten traf er öfter. «Er hatte das richtige Näschen, hat einfach riesige Qualität, eine riesige Erfahrung», schwärmte Davie Selke von seinem Offensivpartner. «Er weiß, wo die Bälle runterfallen. Das ist ganz, ganz wichtig für uns.»

Mit 21 Punkten und dem neu gewonnenen Abstand zur Abstiegszone gehen die Berliner nun selbstbewusst ins Vorrunden-Finale bei RB Leipzig am Sonntag. «Es wird ein schwieriges Spiel gegen einen starken Gegner», sagte Kalou. «Wir müssen aber versuchen, auch da mindestens einen Punkt zu holen.»

Beim Tabellendritten dürfte Hertha allerdings nicht so früh attackieren wie noch gegen den Aufsteiger aus Niedersachsen. Diese Nähe zum gegnerischen Strafraum kommt besonders Kalou zu Gute. Dass Youngster Jordan Torunarigha beim Treffer zum 3:1 seinen dritten Bundesliga-Dreierpack nur knapp vereitelte, betrübte den Ivorer da auch nicht. «Ich bin froh, dass er das dritte erzielt hat und nicht ich», sagte Kalou gönnerhaft. «Er braucht das Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.»

Fotocredits: Annegret Hilse
(dpa)

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