Jennifer: Germany’s hoffentlich letztes Topmodel

Das arme Mädchen. Nein, ganz ehrlich, da wurde der Traum vom großen Glück genommen und durch den Fleischwolf gedreht. Von merkwürdigen Gestalten, die in ihrem eigenen Olymp schweben und mit der Realität so viel zu tun haben wie ein Ölscheich mit dem Autoputzen.

Was Jennifer wohl anstellt, wenn sie in einer Woche aufwacht? Heidi Klum wird in nächster Zeit nicht mehr anrufen, die ist nämlich mit Ehemann Seal und Kindern beschäftigt, außerdem plant sie sicherlich schon das nächste Self-Promo-Event. C&A wird anrufen. Wird eine Kampagne starten, in der Jennifer die neue Kollektion eines Hauses tragen darf, das für den Kunden vor allem wegen seiner Sonderangebote und Babykleidung interessant ist. Die Cosmopolitan wird anrufen und Jennifers Gesicht auf ihr Magazin bringen. Endlich berühmt?

Um das zu erreichen, durfte sich die mittlerweile 17jährige einem monatelangen Psychoterror unterziehen. Die Kamera war live dabei, und Big Brother Insassen werden bei Nacktposings, Seelenstrips und Punktesystemen neidvoll geseufzt haben: „So geil war unsere Show nie!“

Ich wünsche Jennifer wirklich von ganzem Herzen Glück für ihre Zukunft, schließlich hat sie sich extrem angestrengt, um dahin zu kommen, wo sie jetzt ist. Heidi Klum wünsche ich dagegen, dass das ihre letzte Staffel „Topmodel“ gewesen ist: Diese Sendung kombiniert „Big Brother“-Voyeurismus mit Kandidaten-Gehirnwäsche und Popstars, dabei täuscht sie einen Professionalismus vor, der bestenfalls übertrieben und im schlimmsten Fall hochgradig künstlich ist.

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