Kieler Woche

SegelbewerbUnter der Kieler Woche versteht man eine seit 1882 beinahe jährlich in Kiel ausgetragene Segelregatta. Sie ist eine der größten Segelsportveranstaltungen weltweit, die jedes Jahr in der letzten Juni-Woche über die Bühne geht. Eröffnet wird sie am vorletzten Sonnabend im Juni, am letzten Tag wird ein 20 Minuten langes Feuerwerk über der Innenförde Kiels dargeboten. Neben dem Segelsport gibt es auch ein großes zusätzliches Programm, das u.a. rund 300 Konzerte internationaler Bands und Solo-Künstler bietet. Außerdem treten auch viele lokale Gruppen auf. Rund um die Regatten findet ein großes Volksfest statt, für das an der Kiellinie und am Willy-Brandt-Ufer Bühnen sowie Stände aufgebaut werden. Am Rathausplatz und in der angrenzenden Fußgängerzone gibt es den „Internationalen Markt“ mit Spezialitäten aus aller Herren Länder. Zudem werden diverse Kulturveranstaltungen geboten und für Kinder wurde die „Spiellinie“ konzipiert. Jedes Jahr wird auch der „Weltwirtschaftliche Preis“ an Vordenker einer innovativen, weltmarktwirtschaftlichen Gesellschaft verliehen.

Segelbewerbe

Der sportliche Höhepunkt ist die Windjammerparade, an welcher rund 100 Groß- sowie Traditionssegler, Segelyachten und alte Dampfschiffe teilnehmen. Die Segelwettfahrten starten zumeist in Schilksee, kleinere Bewerbe wie Marinekutterregatten, Kanupolo oder das klassische Kutterpullen finden an den Kieler Förden statt. Über 5000 Segler aus 50 Nationen, welche mit rund 2000 Booten an den Wettbewerben teilnehmen, kommen jährlich nach Kiel. Dazu besuchen auch noch drei Millionen Schaulustige die Kieler Woche.

Geschichte

1882 starteten erstmals 20 Yachten bei einer Regatta nahe Düsternbrook. Da der Erfolg groß war, beschloss man die Regatta zu wiederholen. Im Jahre 1894 entstand schließlich die Bezeichnung „Kieler Woche“. 1889 hatte bereits Kaiser Wilhelm II. die Regatta erstmals besucht. In den folgenden Jahren wurde er mit seiner Yacht zum regelmäßigen Gast. Zu dieser Zeit nahmen knapp 6000 Boote an der Regatta teil. Während des Ersten Weltkriegs fand die Kieler Woche nicht statt. In der Nazi-Zeit wurde sie zu Propaganda-Zwecken vom NS-Regime missbraucht. Im Zweiten Weltkrieg pausierte die Kieler Woche abermals, doch 1945 wurde sie von den britischen Besatzungstruppen unter der Bezeichnung „Kiel-Week“ wieder veranstaltet. 1947 wurde eine Festwoche eingeführt, die den Namen „Kiel im Aufbau“ trug und primär der Bevölkerung Kiels neuen Lebensmut zusprechen sollte.
1949 veranstaltete man die Kieler Woche wieder als Mischung aus Segelveranstaltung, Kulturprogramm und Volksfest. 1994 wurde die 100. Kieler Woche gefeiert, 1995 der hundertste Jahrestag der Einweihung des Nord-Ostsee-Kanals und 2007 der 125. Geburtstag der Kieler Woche.
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Photo von Uwe Lütjohann – Fotolia

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