Köllner kritisiert Videobeweis und Schiedsrichter: «Humbug»

Berlin – Michael Köllner, Trainer des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Nürnberg, hat den Videobeweis scharf kritisiert und sieht auch Mängel im deutschen Schiedsrichterwesen.

«Am Ende tun mir die Leute leid, die mit ihren andersfarbigen Trikots auf dem Platz stehen, weil sie nichts mehr zu sagen haben. Am Ende muss der Schiedsrichter die Entscheidungshoheit haben, es selbst alles zu regeln, so wie es früher war», sagte der Coach der Franken am Samstag nach der 0:1-Niederlage bei Hertha BSC. «Es ist für mich ein Humbug, dass man sowas auf die nächste Ebene schickt.»

Schiedsrichter Tobias Welz hatte sich bei der Partie zwei Szenen selbst noch einmal am Spielfeldrand angeschaut. Ein Handspiel von Berlins Karim Rekik vor dem vergebenen Elfmeter der Nürnberger. Zudem war Torschütze Vedad Ibisevic vor dem 1:0 der Berliner seinem Gegenspieler Georg Margreitter in die Beine gelaufen, Welz blieb aber bei seiner Entscheidung, kein Foul zu pfeifen.

«Das war für mich grundsätzlich regelwidrig, das muss zurückgepfiffen werden, weil die Mannschaft nicht mehr in ihrer Verteidigungsstruktur ist», sagte Köllner zu der Szene.

Der 48-Jährige sprach den Unparteiischen die Fähigkeit ab, einen solchen «taktischen Einfluss» zu erkennen. «Die Schiedsrichter stehen zu selten in fußballspezifischen Situationen auf dem Platz», kritisierte Köllner. Da gebe es ein Missverhältnis zu Spielern und Trainern, er selbst stehe zehnmal in der Woche auf dem Platz. «Der Schiedsrichter kommt genau einmal um halb 4 am Samstag raus, und ansonsten ist er im Fitnessstudio oder läuft durch den Wald.»

Fotocredits: Jörg Carstensen
(dpa)

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