Kölner Jubel und Leipziger Ärger – Hasenhüttl verärgert

Leipzig – Neue Hoffnung im Rheinland, Ärger in Sachsen.

Weil RB Leipzig seine zahlreichen Chancen in der ersten Hälfte gegen den 1. FC Köln nicht nutzt und sich die Gäste im zweiten Durchgang steigern, feiert das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck am Sonntagabend einen wichtigen 2:1 (0:1)-Auswärtssieg in der Fußball-Bundesliga.

«Ich weiß nicht, ob wir heute der verdiente Sieger sind», sagte Ruthenbeck nach dem Spiel. «Aufgrund der ersten Halbzeit vielleicht nicht. Aber ich glaube, wir haben uns das heute irgendwie erarbeitet.» Diese Analyse trifft es. Leipzig dominierte das Spiel bis zur Pause und hätte nach dem frühen 1:0 durch Jean-Kévin Augustin nachlegen können. Augustin, Marcel Sabitzer und Emil Forsberg ließen beste Gelegenheiten jedoch ungenutzt.

«Was gefehlt hat, war die Qualität, bei so einem Spiel frühzeitig den Deckel drauf zu machen», sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl, dem der Ärger deutlich anzumerken war. «So haben wir ein Spiel aus der Hand gegeben, dass wir nie hätten aus der Hand geben dürfen. Da sind wir noch nicht cool genug.»

Drei Tage nach der 0:2-Niederlage in der Europa League gegen den SSC Neapel wirkte Hasenhüttls Team in der Schlussphase müde und uninspiriert. Die komplett veränderte Partie im zweiten Durchgang beschrieb der Österreicher so: «Plötzlich ist es, als ob der Stecker gezogen wird. Trotzdem darf man sich nicht so die Butter vom Brot nehmen lassen.»

Einer, der großen Anteil an der Wende im Spiel hatte, war Leonardo Bittencourt. Der 24-Jährige feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback und erzielte dreizehn Minuten vor Schluss das 2:1. «Klar ist es für mich schön, dass ich den Siegtreffer machen durfte», sagte der Matchwinner in seinem ersten Pflichtspiel seit dem 18. November 2017. «Aber letztendlich ist es egal. Wenn es ein Eigentor gewesen wäre, hätte ich mich genauso gefreut. Wir brauchen die Punkte.»

Das weiß natürlich auch sein Coach. «Wir sind jetzt punktgleich mit dem HSV und haben uns das nächste Endspiel gegen den VfB Stuttgart erarbeitet.» Dann sollen aus Kölner Sicht die nächsten drei Zähler für den Klassenverbleib her.

Fotocredits: Soeren Stache
(dpa)

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