Kritik aus dem Frauen-Team an Nordkoreas Cheerleadern

Pyeongchang (dpa) – Koreas Eishockeyspielerin Randi Heesoo Griffin hat die Auftritte der nordkoreanischen Cheerleaderinnen bei Olympia deutlich kritisiert.

«Um ehrlich zu sein, hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sie nicht wirklich wegen uns oder wegen Eishockey da waren, sondern wegen irgendetwas anderem», sagte die in den USA geborene Havard-Absolventin nach dem 1:6 im letzten Turnierspiel des geeinten koreanischen Frauenteams gegen Schweden.

In dem Spiel um Platz sieben waren die rund 200 jungen Frauen nicht mehr dabei. «Heute war es großartig, dass die Fans wirklich für uns gebrüllt haben, dass sie an uns und an Eishockey interessiert waren», sagte Griffin, die eine koreanische Mutter hat, selbst kein Koreanisch spricht und erst 2017 eingebürgert worden war.

Die Cheerleader aus Nordkorea hatten während der Winterspiele in Pyeongchang bei einigen Wettbewerben, insbesondere bei Koreas Eishockeyspielen für Aufsehen gesorgt. Mit beeindruckender Präzision und perfekten Sopranstimmen hatten sie perfekt einstudierte Gesänge und Tanzeinlagen dargeboten. «Die nordkoreanischen Cheerleader waren anscheinend sehr talentierte junge Frauen, die wirklich sehr hart für ihre Tanz-Choreographien gearbeitet haben», spottete Griffin.

Südkoreas Frauenteam war wenige Wochen vor Olympia-Beginn mitgeteilt worden, dass es zwölf nordkoreanische Spielerinnen zu integrieren und als gemeinsames Team Korea aufzulaufen habe. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte sich entschlossen, eine Delegation zu den Spielen nach Südkorea zu schicken, darunter neben den Eishockeyspielerinnen auch die Cheerleader. «Die Politiker haben entschieden, dass wir als ein Team auftreten müssen. Aber die Spielerinnen und der Betreuerstab haben die Arbeit gemacht», sagte Koreas amerikanisch-kanadische Trainerin Sarah Murray.

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