Kuriositäten und spezielle Momente des 13. Spieltags

Frankfurt/Main – Das unglaubliche Derby Dortmund – Schalke, die erste Niederlage für Jupp Heynckes mit dem FC Bayern – der 13. Bundesliga-Samstag bot gleich große zwei Knaller.

RB Leipzig hat sich bis auf drei Punkte an Spitzenreiter München herangepirscht. Dahinter herrscht auf den Tabellenplätzen, die am Saisonende die Teilnahme am internationalen Geschäft garantieren, dichtes Gedränge. Am 13. Spieltag gab es zudem eine Reihe von speziellen Momenten:

TORLOS-JUBILÄUM: Nationalstürmer Timo Werner von RB Leipzig traf in den letzten vier Spielen immer – zweimal in Monaco und je einmal gegen Leverkusen, Hannover und Porto. Nur bei seinem Jubiläum blieb er torlos. Egal: «Es ist super, dass mein 50. Spiel für RB Leipzig mit einem Sieg endet», sagte er nach dem 2:0 gegen Bremen.

FAMILIEN-BANDE: Leipzigs Bernardo war nach der Pause für den angeschlagenen Neu-Nationalspieler Marcel Halstenberg gekommen und sorgte mit seinem dritten Schussversuch innerhalb von drei Minuten für die Entscheidung in der 87. Minute. «Ich bin überglücklich. Mein Vater hat kein Tor in der Bundesliga gemacht, es war das erste Tor für unsere Familie», sagte der Brasilianer. Sein gleichnamiger Papa spielte einst unter Trainer Jupp Heynckes bei den Bayern.

RUDELBILDUNG: Nach der epischen Aufholjagd beim 4:4 im Revierderby in Dortmund gingen die Emotionen mit Ralf Fährmann durch. Ausgelassen feierte der Schalker Schlussmann den fulminanten Endspurt – ausgerechnet vor der mit enttäuschten Borussen-Fans besetzten Südtribüne. Das sorgte für ein Handgemenge mit BVB-Profi Nuri Sahin und eine Rudelbildung. Minuten später gab sich Fährmann reumütig: «Das darf nicht passieren. Dafür muss ich mich entschuldigen.»

HINGUCKER: Dortmunds Star-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang ist immer für einen Aufreger gut. Zuletzt suspendiert, im Derby gegen Schalke mit neuer Frisur wieder mittendrin – und vorzeitig raus. Der 28-jährige durfte sich erst für das 1:0 feiern lassen, obwohl ihm der Ball davor an die Hand gesprungen war. Dann vergab er in der zweiten Halbzeit eine dicke Chance und sah in der 72. Minute Gelb-Rot.

KUNSTSCHÜTZE: Es hätte der spektakuläre Ausgleich sein können. Als Freiburgs Marco Terrazzino liegenblieb, sah der Mainzer Jean-Philippe Gbamin, dass Torhüter Alexander Schwolow weit aufgerückt war. Aus der eigenen Hälfte schoss der 22-Jährige aus etwa 60 Metern aufs Tor – der Ball prallte an die Latte. «Das ist ein Wahnsinnsschuss», sagte Freiburgs Torschütze Nils Petersen. Bitter für Mainz und Glück auch für den SC, dass Kenan Kodro den Abpraller nicht einköpfte.

VOLLTREFFER: Bayer Leverkusens Stürmer Kevin Volland war beim 1:0 in Frankfurt der umjubelte Siegtorschütze. Es war bereits sein achter Saisontreffer, damit ist er der beste deutsche Torschütze der Bundesliga. Der zehnmalige Nationalspielers ist unter Trainer Heiko Herrlich wieder aufgeblüht. «Es ist enorm wichtig für die Mannschaft», lobte Herrlich den 25-jährigen Ex-Hoffenheimer.

DOPPELTER VIDEO-AUFREGER: Gleich zweimal sorgten Schiedsrichter Tobias Stieler und Video-Assistent Tobias Welz beim 2:1 des FC Augsburg gegen den VfL Wolfsburg für Aufregung. Erst nahm der Hamburger Referee Gelb für Maximilian Arnold zurück und verwies den Wolfsburger mit Rot (11.) wegen einer Notbremse vom Platz. In der 61. Minute nahm Stieler dann eine Elfmeter-Entscheidung zugunsten des Augsburgers Caiuby zurück. Beim ursprünglichen Strafstoß attestierte sich Stieler im Nachhinein sogar eine «glasklare Fehlentscheidung».

PREMIERE: Martin Schmidt musste als Trainer des VfL Wolfsburg seine erste Niederlage schlucken. Zuletzt hatte es sieben Remis am Stück und einen Dreier gegeben. «Im zehnten Pflichtspiel hat’s uns jetzt gepackt, wir haben zum ersten Mal verloren. Das ist ein neues Gefühl für mich und mein neues Team», berichtete der Schweizer.

FÜHRUNGSFIGUR: Christian Streich ließ sich zum Sonderlob für seinen Knipser Nils Petersen gar nicht erst bitten. Der Trainer des SC Freiburg schwärmte nach dem 2:1 gegen den FSV Mainz 05 von seinem Torschützen, der seit dem Kniescheibenbruch von Florian Niederlechner seine erfolgreiche Jokerrolle los ist: «Jetzt muss er vorausgehen, und er tut es, und er kann es auch. Das ist herausragend.»

KONSEQUENTER KURS: Eine weitere Amtszeit von Jupp Heynckes als Trainer des FC Bayern wird es nicht geben. «Ich weiß nicht, was Uli bewegt hat, so etwas zu sagen. Es gibt ganz klar eine Vereinbarung bis zum Ende der Saison. Und dabei bleibt es, da gibt es nichts dran zu rütteln», betonte der 72-jährige. Auf der Jahreshauptversammlung hatte Präsident Uli Hoeneß eine Vertragsverlängerung seines Freundes nicht ausgeschlossen: «Das halte ich für möglich.»

DICKSCHÄDEL: Unvergessen ist Christoph Kramers Blackout im WM-Finale. Allein in dieser Saison fiel der Gladbacher schon dreimal mit Kopfverletzungen aus – gegen Leipzig (Tritt ins Gesicht), gegen Stuttgart (Schädelprellung) und nun gegen den FC Bayern. Kramer musste nach elf Minuten benommen vom Platz, Mitspieler Jannik Vestergaard hatte ihn abgeräumt. Erste Diagnose: Platzwunde im Mund. 

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)

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