Lesser attackiert Weltverband: «Klarer Regelverstoß»

Pyeongchang – Der ehemalige Weltmeister Erik Lesser hat den Biathlon-Weltverband IBU für das Abschmettern des Protests der deutschen Mannschaft nach dem olympischen Mixed-Staffel-Rennen in Pyeongchang scharf kritisiert.

«Für mich war es ein klarer Regelverstoß und der hat normalerweise eine Disqualifikation zur Folge. Die IBU hat das leider anders gesehen, warum auch immer», sagte Lesser. «Anscheinend ist die IBU sehr lax, was ihre eigenen Regeln betrifft. Da hätte man sich heute sicher ein paar mehr Cojones gewünscht von der IBU.»

Weil Italiens Schlussmann Dominik Windisch Lessers Teamkollegen Arnd Peiffer auf der Zielgeraden den Weg abgeschnitten hatte, legte Deutschland Protest ein. Dieser wurde von der IBU jedoch nach einer knappen halben Stunde abgewiesen und Italien behielt Bronze. Das deutsche Quartett mit Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Lesser und Peiffer wurde nur Vierter. Zuvor hatte Peiffer die komfortable Führung mit schwachen Schießleistungen aus der Hand gegeben. «Ich bin einfach nur enttäuscht, dass die IBU faire Sportler alleine lässt», sagte Lesser. «Ich habe Dominik gesagt, dass ich das unsportlich finde und es gegen mein Verständnis von Sportlichkeit geht.»

Auch Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier zeigte sich mit der Entscheidung nicht einverstanden. «Wir Deutschen versuchen uns immer auch korrekt an alle Regeln zu halten. Es wäre ja gar nicht nötig gewesen, denn wäre der Dominik geradeaus gelaufen, wäre er wahrscheinlich ohnehin vorne gewesen. Jetzt hat es einen faden Beigeschmack», sagte die siebenmalige Weltmeisterin.

Fotocredits: Hendrik Schmidt
(dpa)

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