Meier kehrt mit neuem Club nach Bielefeld zurück

Bielefeld – Norbert Meier und Arminia Bielefeld – das war noch vor einem Jahr eine sehr erfolgreiche Verbindung. Der erfahrene Fußball-Lehrer führte den Verein 2015 in die 2. Bundesliga zurück und schaffte dort den Klassenerhalt.

Als Lohn kaufte ihn Darmstadt 98 aus einem laufenden Vertrag heraus und holte ihn in die Erste Liga. Wenn Meier an diesem Freitag zum ersten Mal wieder als Gegner auf die Bielefelder Alm kommt, hat sich aber in nur wenigen Monaten vieles radikal verändert. Der 58-Jährige trainiert nicht mehr die Darmstädter «Lilien», sondern den 1. FC Kaiserslautern.

Und die Arminia hat sich nach jeweils vier Monaten schon wieder von Meiers Nachfolgern Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny getrennt. Mit dem Wissen von heute hätte der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga ihm damals wohl kaum die Freigabe für einen Wechsel erteilt.

«Ich hatte in Bielefeld sehr schöne Jahre und habe dort hochspannende Dinge erlebt. Man lag am Boden und ist richtig gut wieder zurückgekommen», sagte Meier vor dem Duell seines neuen Vereins bei seinem alten (Freitag, 18.30 Uhr).

Der Routinier hat mit den Lauterern in den vergangenen Wochen auch schon gegen seine Ex-Clubs Fortuna Düsseldorf (1:1) und Dynamo Dresden (3:3) gespielt. Und nimmt man nur seine mehrjährigen Stationen in Bielefeld und vor allem Düsseldorf zum Maßstab, lässt sich sagen: Mit Meier lief es dort deutlich besser als ohne ihn. Ausgerechnet er könnte die Arminia am Freitagabend mit dem FCK noch ein Stück weiter Richtung 3. Liga schießen.

Der 292-fache Bundesliga-Spieler kann in seiner Trainerkarriere auf einige Erfolge zurückblicken. Mit dem MSV Duisburg gelang ihm 2005 der Aufstieg in die Erste Liga, mit Fortuna Düsseldorf später gar das Kunststück, den Verein aus der Regionalliga wieder in das Oberhaus zu führen. Hier musste er nach dem Bundesliga-Abstieg 2013 seine Koffer packen. Über das Mittelmaß in der 2. Liga kamen die Fortunen seitdem aber nicht mehr hinaus.

Fachlich ist der frühere Nationalspieler über jeden Zweifel erhaben, trotzdem wurden viele Fans nie richtig warm mit ihm. Bei Darmstadt 98 musste er im Dezember nach nur fünf Monaten schon wieder gehen. Führungsspieler wie Aytac Sulu oder Jerome Gondorf reden seitdem unverhohlen darüber, dass die Chemie zwischen Meier und dem Team nicht stimmte. Ewig hängen bleibt an ihm wohl auch eine Szene aus dem Jahr 2005, als er dem damaligen Kölner Spieler Albert Streit als Trainer des MSV Duisburg einen Kopfstoß versetzte.

Anfang Januar übernahm er nach dem Rücktritt von Tayfun Korkut die überraschend freigewordene Stelle beim viermaligen deutschen Meister aus der Pfalz. Auch dort waren zu Beginn gleich kritische Stimmen aus dem Umfeld über Meier zu hören. Aber seine sportliche Vergangenheit als Aufbauhelfer vieler gestrauchelter Traditionsclubs scheint in gerade für diese schwierige Aufgabe zu prädestinieren.

«Ich habe Mannschaften trainiert, wo die Bedingungen eben nicht optimal waren», sagte Meier in einem «Kicker»-Interview. «Ich mag es, bei Traditionsvereinen zu arbeiten. Es ist fast ein bisschen schicksalhaft, dass ich da immer gearbeitet hab.»

Nach seinen ersten Wochen in Kaiserslautern ist zwar ergebnistechnisch noch kein großer Fortschritt zu erkennen. Noch immer hat sich der FCK nicht von den Abstiegsplätzen absetzen können. Doch Meier kann jetzt erneut zeigen, dass er mit geringen Mitteln viel erreichen kann. «Die Mannschaft hat sich unter ihm verbessert, ich arbeite gerne mit dem Trainer zusammen», sagte Lauterns Stürmer Kacper Przybylko. Der kennt Meier sogar schon aus Bielefeld.

Fotocredits: Peter Steffen
(dpa)

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