Mit Internet-Videos berühmt werden

Mit Internetvideos berühmt werden. Gefilmt wird zu allen Gelegenheiten.

Aufmerksamkeit erregen. Sichtbarkeit. Weltweit. Das Internet bietet diese Möglichkeiten. Vor allem die Videoportale wie youtube und Co. locken mit Erfolgsgeschichten. Um auf dieser Welle mitzusurfen braucht man kein Talent, sondern nur eine gute Ausrüstung. Mit etwas Geschick und Glück gehen die selbstgedrehten Filme – im Web-Jargon „User generated Content“ genannt – dann ebenfalls um die Welt.

Die Clickzahlen auf Youtube. com, myvideo.com oder neuerdings auch clipfish.de steigen ständig. Jeder Internetnutzer kann seine Videos auf diese Plattformen stellen. Sind die Filme besonders gut, schräg, skurril, oder sexy, steigen sie schnell in den Rankings und werden in der virtuellen Welt berühmt. Auch Aufnahmen von schweren Unfällen oder Naturkatastrophen wie dem Tsunami in Asien vor zwei Jahren werden millionenfach abgerufen. Den Wert dieser Laien-Videos haben mittlerweile auch einige Medienunternehmen erkannt. Reuters, flickr.com, CNN, RTL, stern.de und sogar die altehrwürdige englische BBC setzen massiv auf diese neue Möglichkeit der Informationsbeschaffung.

Diktierten Augenzeugen ihre Beobachtungen früher in die Blöcke eilig herbeigeeilter Reporter, greifen sie heute immer häufiger gleich selbst zur Kamera. Die traditionelle Rollengrenze zwischen Schreibenden und Lesenden verschwimmt. Mit diesem partizipierenden Journalismus lässt sich sogar Geld verdienen – ein gutes Video bringt leicht 500 Euro. Entscheidend ist aber neben dem Inhalt die Qualität der Aufnahmen. Ein Fotohandy bringt es im Videomodus nur auf etwa 320 mal 200 Bildpunkte und zeichnet meist nur 15 Bilder in der Sekunde auf. Das Ergebnis sind ruckelige Videos mit unscharfer, kontrastarmer Bildqualität. Wird der Clip bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen, ist meist gar nichts mehr zu erkennen.

Camcorder oder Digicam: Videos können fast alle

Mit einem guten Camcorder lassen sich leicht Filme in Fernsehqualität herstellen. Grundsätzlich eignen sich fast alle Camcorder für die üblichen Videoaufnahmen bei Familienfeiern oder im Urlaub. Die meisten neuen Modelle speichern die Daten auf einer Speicherkarte, die mit einem Kartenlesegerät auf den Computer gespielt werden können. Auch der Transfer per Datenkabel via USB- oder Firewire- Schnittstelle ist immer möglich. Das Überspielen der Videos ist dank digitaler Technik also kein Problem mehr.

Videos im Internet: Bitte nachbearbeiten

Oft müssen die Filme aber noch nachbearbeitet werden. Nichts ist schrecklicher, als unbearbeitete Heimvideos mit endlosen Schwenks und Kamerafahrten. Auch die Audiospur kann durch Bearbeitung nur gewinnen. Ohne Basteleien an der Tonspur würden viele YouTube-Clips noch schräger klingen als sie es ohnehin tun. All das war bis vor wenigen Jahren professionellen Cuttern und Toningenieuren vorbehalten. Heute schafft das jeder halbwegs computerbegabte Laie. Nötig ist lediglich ein gutes Tool zur Videobearbeitung am PC.

Tipp: Reisevideos zeigt das Portal videotrips.de

Programme wie das „Ulead VideoStudio“ oder „Magix Video deluxe“ laufen auf jedem modernen Windows-PC, sind beinahe selbsterklärend und verfügen über mehr Funktionen als der durchschnittliche User jemals nutzen wird. Ist der Film fertig bearbeitet und geschnitten, muss er noch auf das Portal der Wahl hochgeladen werden. In der Regel erfordert dies noch eine Registrierung, die aber schnell und einfach mit wenigen Klicks zu erledigen ist. Um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, prüfen die meisten Videoplattformen neue Clips. So soll verhindert werden, dass etwa Filme mit rassistischem oder pornografi schem Inhalt auf den Seiten landen.
Handelt es sich um einen Film mit Nachrichtenwert, der einer professionellen Onlineredaktion gegen Honorar angeboten werden soll, wird er in der Regel als Dateianhang per Email verschickt. Dabei sollten unbedingt der Name und Kontaktdaten des Absenders angegeben werden. Gerade wenn es sich um eine sensationelle Nachricht handelt, ist es sinnvoll, sie mehreren Abnehmern anzubieten und in der Email auch darauf zu verweisen. Ist eine Redaktion am Kauf eines Films interessiert, wird sie schnell reagieren – gerade im Onlinebereich wollen alle schneller sein als die Konkurrenz. Wer selbstgedrehte Videos anbietet, sollte beachten, dass für ihn dieselben Gesetze gelten wie für jeden Journalisten.

Die Privatsphäre der Gefilmten darf durch die Filme nicht verletzt werden. Rechtsanwälte warnen: „Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte haben auch Prominente das Recht, dass man sie im Alltag in Ruhe lässt. Dies gilt erst recht für Menschen, die keine Personen der Zeitgeschichte sind und etwa als Unfallopfer ‚abgeschossen’ werden.“ Um teure und unangenehme Überraschungen zu vermeiden, solle man immer stets gut abwägen, welche Aufnahmen man zur Veröffentlichung anbietet, rät der Spezialist für Medienrecht. Sonst kann die Berühmtheit als Filmemacher darin bestehen, dass man vor Gericht zur Zahlung einer höheren Summe verurteilt wird.

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