Nach Sieg im Hessen-Derby: Frankfurt nun Dritter

Frankfurt/Main – Eintracht Frankfurt hat das Hessen-Derby der Fußball-Bundesliga gewonnen und den Abstieg des SV Darmstadt 98 wieder ein Stück wahrscheinlicher gemacht. Der Champions-League-Kandidat besiegte den abgeschlagenen Tabellenletzten mit 2:0 (0:0).

Ein Elfmeter-Tor von Makoto Hasebe in der 74. sowie der entscheidende Treffer von Ante Rebic in der 83. Minute bescherten dem Favoriten einen späten, aber verdienten Sieg. «Wir wussten, die eine Chance die kommt, die müssen wir nutzen. Ich bin hochzufrieden», sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner und befand: «Es war definitiv ein schweres Spiel.»

Während die Eintracht durch ihre Derby-Revanche für die 0:1-Niederlage in der Hinrunde wieder auf Platz drei kletterte, wird die Lage für die «Lilien» immer aussichtsloser: Nach elf Liga-Spielen ohne Sieg hat die Mannschaft von Trainer Torsten Frings jetzt schon sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Vor 51 000 Zuschauern kehrten bei Frankfurt Torwart Lukas Hradecky sowie der starke Rebic nach ihren Sperren in die Startelf zurück. Frings ließ seinen prominenten Neuzugang Hamit Altintop auf der Bank. Er gab nach dem 1:6-Debakel gegen den 1. FC Köln dem Ukrainer Artem Fedetzki auf der rechten Abwehrseite zunächst den Vorzug vor Sandro Sirigu, der beim Hinspiel-Erfolg noch den Siegtreffer erzielt hatte.

Die Eintracht begann sehr aggressiv und störte die Gäste früh, brauchte jedoch bis zur 13. Minute, ehe Rebic mit einem Schuss erstmals Michael Esser im Darmstädter Tor prüfte. Über eine stabile Defensive und ein Plus bei den Zweikämpfen kamen die «Lilien» nach einer guten Viertelstunde jedoch besser ins Spiel und hatten durch Jan Rosenthals Lupfer (15.) und Peter Niemeyers Lattenstreifschuss (34.) sogar die besseren Chancen.

Pech hatte Darmstadt vor allem in der 26. Minute, als David Abraham im Strafraum Niemeyer zu Boden stieß, der Schiedsrichter jedoch keinen Elfmeter pfiff. Die beste Frankfurter Möglichkeit vor der Pause hatte Mijat Gacinovic, dessen Schuss noch abgeblockt wurde.

Auch die zweite Hälfte begann mit Vorteilen für die Eintracht. Doch gegen die gut organisierte Darmstädter Hintermannschaft fanden die Frankfurter mit ihrer Doppelspitze Alexander Meier und Branimir Hrgota lange Zeit kein Durchkommen. Der große Unterschied zur ersten Halbzeit: Die Gäste schafften es kaum mehr, für Entlastung zu sorgen, obwohl Frings in Antonio Colak einen weiteren Stürmer einwechselte und Hamit Altintop doch noch zu seinem Bundesliga-Comeback verhalf.

Im Stadion war die Atmosphäre während des Spiels zwar hitzig, aber dennoch nicht so feindselig wie noch bei den Derbys der vergangenen Saison. Dafür überschatteten Krawalle schon vor der Partie diesen Abend. Im Frankfurter Stadtteil Bockenheim lieferten sich etwa 100 Anhänger beider Teams eine Schlägerei. Dabei gab es nach Polizei-Angaben vier Verletzte und mehrere Festnahmen.

Fotocredits: Frank Rumpenhorst
(dpa)

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