Neu – und gut? Die Olympia-Premieren der neuen Disziplinen

Pyeongchang – Jünger, dynamischer, interessanter für die Zuschauer wollte das IOC die Olympischen Winterspiele machen und setzte dafür auch auf vier neue Disziplinen. Nach der Premiere in Pyeongchang ist das erste Fazit fast ausnahmslos positiv, Publikum und Sportler sind angetan.

TEAM-EVENT, SKI ALPIN: Bei Weltmeisterschaften ist das Format als Parallel-Wettkampf längst etabliert, in Südkorea war das kurzweilige Spektakel nun erstmals olympisch. Die meisten Skirennfahrer lieben den Nervenkitzel der direkten Duelle, für die Zuschauer ist es einfach zu verstehen. Und sie können die ganze Strecke sehen, bei alpinen Disziplinen sonst nahezu unmöglich. Bei einem Termin in der Mitte der Spiele und nicht wie in Pyeongchang als letzter der elf Wettkämpfe sind auch die Topstars wie Mikaela Shiffrin oder Marcel Hirscher wohl am Start. Dieses Mal war beiden die Pause nach der langen Reise und dem Jetlag vor dem nächsten Weltcup wichtiger.

MASSENSTART, EISSCHNELLLAUF: Der Massenstart im Eisschnelllauf hat die olympische Feuertaufe mit Bravour bestanden. Die Halle war ausverkauft, die Stimmung prächtig. Einzig an das etwas komplizierte Reglement müssen sich die Zuschauer noch gewöhnen. Die Punkte bei den Zwischensprints verändern das Gesamtklassement ab Rang vier gravierend. Nur die ersten Drei stehen auch in der Reihenfolge auf dem Podest, wie sie den Zielstrich überqueren. «Eine spannende Neuerung, die uns Sportlern Spaß macht. Aber die Regeln sollte man noch mal überdenken», meinte Claudia Pechstein.

BIG AIR, SNOWBOARD: Auch die Snowboarder hatten mit dem Big Air eine gelungene Olympia-Premiere. Das Skisprungstadion war am Donnerstag und Samstag weit besser gefüllt als bei den Wettkämpfen von Andreas Wellinger und seinen Kollegen. Spektakuläre Sprünge, Führungswechsel und spannende Wettbewerbe prägten den Wettkampf. Die Zuschauer sorgten im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten für eine tolle Atmosphäre. Für die Snowboarder ist die Disziplin eine zusätzliche Medaillen-Chance. Die meisten Sportler, die beim Big Air antreten, sind auch beim Slopestyle am Start.

MIXED TEAM, CURLING: Wahre Curling-Puristen können mit dem neuen Mixed-Wettbewerb wenig anfangen. Es sei nur eine abgespeckte, verwässerte Version des eigentlich Sports, wurde im Vorfeld kritisiert. Trotzdem feierte das gemischte Doppel mit jeweils einem Mann und einer Frau in Pyeongchang eine durchaus gelungene Premiere. Das Zuschauerinteresse ließ jedoch teilweise zu wünschen übrig. Einzig wenn das südkoreanische Doppel auf dem Eis stand, herrschte gute Stimmung. Überschattet wurde das Debüt vom Dopingfall des Russen Alexander Kruschelnizki, der die verbotenen Substanz Meldonium eingenommen hatte. Bronze ging deswegen nachträglich an Norwegen.

Fotocredits: Daniel Karmann,Peter Kneffel,Peter Kneffel,Michael Kappeler
(dpa)

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