Nordkorea schickt Orchester für Olympia nach Südkorea

Pyeongchang – Trotz Sanktionen gegen Nordkorea hat Südkorea anlässlisch der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang die Einfahrt eines nordkoreanischen Schiffes mit einem Orchester an Bord erlaubt.

Die Fähre «Mangyongbong 92» sei am 6. Februar im Hafen von Donghae an der Ostküste vor Anker gegangen, berichteten südkoreanische Sender. Das Schiff soll während des Aufenthalts der 140 Mitglieder des Orchesters an der Küste auch als Unterkunft dienen. Der erste von zwei Auftritten in Südkorea ist für den 8. Februar, einen Tag vor Eröffnung der Spiele, geplant.

Die Regierung habe die Einfahrt als eine Ausnahme von den Sanktionen genehmigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Seoul hatte 2010 neben anderen Maßnahmen zur Reduzierung des Austausches beschlossen, dass keine Schiffe aus Nordkorea mehr in südkoreanischen Häfen anlegen dürfen. Hintergrund war der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes, für den Seoul eine Torpedoattacke Nordkoreas verantwortlich gemacht hatte.

Beide Staaten hatten sich zuletzt nach langer Funkstille angenähert. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang hatte zugesagt, neben einer hohen Delegation, Athleten und einer Fangruppe auch Künstler und ein Taekwondo-Showteam zu den Winterspielen zu schicken. Die erste konkrete Einigung betraf den Auftritt des Samjiyon-Orchesters im kulturellen Rahmenprogramm von Olympia. Nach einem Auftritt in der Küstenstadt Gangneung soll ein weiteres Konzert am 11. Februar in Seoul stattfinden.

Fotocredits: Lee Jin-Man
(dpa)

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