Olympia-Pfarrer: Man braucht sie, wenn es brennt

Pyeongchang – Die Erfolge der deutschen Athleten bei den Winterspielen in Pyeongchang wirken sich auch auf die seelsorgerische Arbeit der beiden Olympia-Pfarrer Thomas Weber und Jürgen Hünten aus.

«Wenn alles läuft bei Olympia, ist es wie bei der Feuerwehr: Die braucht man auch nicht, wenn es nicht brennt», sagte Weber von der evangelischen Kirche. «Wir sind diejenigen, die sich am liebsten im hintersten Hintergrund aufhalten.»

Für viele der 153 Athleten aus dem Team Deutschland sei es zumindest gut zu wissen, dass jemand für sie betet, meinte sein katholischer Kollege Hünten: «Sie fühlen sich von uns gut vertreten.»

Es gab aber auch schwierige Situation bei Olympischen Spielen, bei denen sogar Notseelsorge gefragt war. So bei den Rio-Spielen 2016, als der Kanuslalom-Trainer Stefan Henze nach einem Verkehrsunfall gestorben war. «Der Gottesdienst für Henze in einer Hütte im olympischen Dorf hat mich tief beeindruckt», erinnerte Weber.

Für ihn ist der Glaube immer eine Lebenshilfe. Auch viele Athleten sagten ihm, dass er wichtig für sie sei. «Sie beten nicht, dass die Konkurrenz verletzt vom Schlitten fällt, aber vielleicht darum, dass sie an einem bestimmten Tag ihre beste Leistung abrufen können», sagte Weber.

Fotocredits: Kai-Uwe Wärner
(dpa)

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