Prothetik: Die aktuellsten Innovationen

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Shariff Che'Lah - Fotolia

Prothesenträger haben kein leichtes Leben. Ersatzgliedmaßen können zum Beispiel bei alltäglichen Bewegungen Schwierigkeiten machen, die auch gefährlich sein können. Zum Glück gibt es gerade in diesem Bereich laufend Innovationen, die zur Verbes-serung der Situation führen. Die neuesten Prothesensysteme passen sich fast perfekt an den Körper an, ermöglichen bessere Beweglichkeit bei höherem Komfort und können so die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen.

Red Dot Award für Beinprothesensystem

Eine der aktuellsten Innovationen auf diesem Gebiet stellt ein Beinprothesensystem dar, das mit dem „Red Dot Award: Product Design 2012“ ausgezeichnet wurde. 4.515 Designs aus aller Welt wurden zu dem bekannten Wettbewerb, bei dem es um Design als eine Komponente von innovativen Produkten geht, eingereicht. Am 2. Juli wird das Beinprothesensystem für die hohe Qualität seiner Gestaltung ausgezeichnet. Welche Verbesserung bringt die neue Innovation für Prothesenträger? Die neue Beinprothese soll es für Betroffene aufgrund neuester Computertechnik möglich machen, ein fast normales Leben zu führen, in dem das Gehen wieder natürlicher und selbstverständlicher ablaufen kann. Der Ablauf jeder Bewegung wird bis in jede Einzelheit unterstützt, die Beinprothese muss nicht mehr bewusst gesteuert werden. Innovative Sensoren registrieren dauernd Beschleunigung, Geschwindigkeit und Lage der Beinprothese und analysieren so die Bewegungsphasen des Prothesenträgers. Der notwendige willkürliche Kraftaufwand wird so verringert. Auch wenn die meisten Betroffenen auch gut ohne die Möglichkeit auskommen werden, die Treppe im Wechselschritt zu erklimmen- das neue System versetzt sie dazu in die Lage, dieses „Kunststück“ ohne allzu große Schwierigkeiten fertig zu bringen. Im Alltag von größerer Bedeutung sind die Stolperfallen, die mit der neuen Prothese besser gemeistert werden können, da der natürlichere Bewegungsablauf auch mehr Sicherheit verleiht.

Dynamic Arm – Innovationen bei den Armprothesen

Armprothesen werden in drei Gruppen eingeteilt: Passive Prothesen erfüllen nur kosmetische Ansprüche. Aktive Prothesen werden mit Kraftzugbandagen über Rumpf und Schultergürtel gesteuert. Myoelektrische Prothesen schließlich arbeiten mit modernster Technik und reagieren mithilfe von Elektroden auf Muskelimpulse. Es gibt auch sogenannte Hybridprothesen, die eine Kombination aus den letzten beiden Gruppen darstellen. Bei der Entscheidung für die richtige Prothese geht es um die Frage: Ästhetik oder Funktionalität? Gerade bei den funktionalen myoelektrischen Prothesen haben in den letzten Jahren rasante Entwicklungen stattgefunden. Mittlerweile können schon Ellbogengelenk, Handgelenk und auch alle Finger der Hand einzeln, also unabhängig voneinander, myoelektrisch bewegt werden. Der einzige Nachteil der myoelektrischen Prothesen ist das meist noch hohe Gewicht. Die allerneueste Innovation sind gedankengesteuerte Armprothesen. Die Steuerung erfolgt hier ausschließlich über die gedankliche Bewegung des Phantomarms. Aufgrund der dauernden technischen Verbesserungen explodieren die Preise für Prothesen. Die deutsche Rechtsprechung hat dabei so entschieden, dass nach einer Amputation Anspruch auf ein Hilfsmittel vorliegt, das den Behinderten möglichst mit einem gesunden Menschen gleichziehen lässt. Alles was darüber hinausgeht, wie zum Beispiel eine salzwasserfeste Prothese, muss der oder die Betroffene selbst bezahlen.

Der Traum von uneingeschränkter Bewegung

Spielen, gehen, sitzen ohne Schmerzen, tägliche Handgriffe ausführen – was für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, kann für Menschen nach einer Amputation eine fast unüberwindbare Schwierigkeit darstellen. Falls Sie selbst zur Gruppe der Betroffenen gehören, können die neuen technischen Innovationen in diesem Bereich Ihre Situation und das Leben mit der Behinderung vielleicht etwas erleichtern.

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