Tatort: Seit 1970 laden wir ihn sonntags in unser Wohnzimmer ein

Die Krimiserie Tatort gilt im deutschsprachigen Raum längst als Kult. Seit über vierzig Jahren garantiert die Sendung der ARD hohe Einschaltquoten, Kommissare wie Schimanski haben Fernsehgeschichte geschrieben. Die Attraktivität der Reihe zeigt sich auch daran, dass die Verantwortlichen hochkarätige Darsteller als Ermittler gewinnen können.

Ein Logo, viele verschiedene Drehorte: Das Erfolgsrezept des Tatorts

Am 29. November 1970 flimmerte mit der Folge „Taxi nach Leipzig“ der erste Tatort über die westdeutschen Fernsehgeräte und begründete damit eine eindrucksvolle Fernsehgeschichte. Der Reiz dieser Serie ergibt sich aus dem regionalen Konzept, unterschiedliche Kommissare ermitteln an diversen Standorten. Dadurch kombiniert die ARD Kontinuität mit Vielfalt, zudem hat der Sender mit dem Ausstrahlungstermin am Sonntag um 20.15 Uhr über Jahrzehnte einen festen Platz im Fernsehprogramm etabliert. Für Einzelkrimis müssen Sendeanstalten stets die Werbetrommel rühren, den Tatort schauen viele aus Tradition an. Das garantiert hohe Einschaltquoten. Zudem gelang es den Machern stets, am Puls der Zeit zu bleiben. Häufig thematisierten die Verantwortlichen gesellschaftspolitische Themen, welche tagelang nach der Ausstrahlung die Schlagzeilen bestimmten. So zeigten viele Schimanski-Folgen die Arbeitskämpfe im Ruhrpott, ein Tatort mit den Kölner Kommissaren Ballauf und Schenk widmete sich den Problemfeldern Kinderhandel und Sextourismus.

Rekordquoten am Sonntagabend: Auch heute noch

Zwischenzeitlich sanken die Zuschauerzahlen jedoch, im Jahr 1996 verfolgten durchschnittlich nur noch 7,05 Millionen Zuschauer die Tatorte. Manche fragten sich, ob der Tatort noch zeitgemäß sei. Die ARD schaffte aber die Kehrtwende, die Durchschnittsquote übertrifft nun die 9-Millionen-Marke. Das hatte zwei Gründe:

• Bei der WM 2006 erfreute sich das Public Viewing in Kneipen großer Beliebtheit. Nach dem Ende des Wettbewerbs übertrugen viele Kneipiers diesen Gedanken auf den Tatort, vor allem Jüngere nehmen diese Angebote an. In dieser Zielgruppe hatte die Serie zuvor geschwächelt, seitdem hat sie viele neue Anhänger gefunden.
• Spektakuläre Ermittlerteams: Mehrfach bewiesen die Verantwortlichen mit der Auswahl von Darstellern und dem Konzept ein glückliches Händchen. Als bestes Beispiel dient der Münsteraner Tatort mit den Schauspielern Prahl und Liefers, die mit ihren komödiantisch angelegten Filmen Top-Zahlen von über 12 Millionen Zuschauern erzielen.

Der Tatort als sonntägliches Ritual

Angesichts der großen Bandbreite an Sendern erstaunt der Erfolg des Tatorts. Trotz zahlreicher Konkurrenz schalten jeden Sonntag viele Millionen Zuschauer ein, die Serie hat Kultstatus erreicht und sich bei vielen als fixer Bezugspunkt festgesetzt. Die Vielfalt an Ermittlungsteams und Ansätzen, von Krimikomödie bis hin zum Sozialdrama, sorgt für die nötige Abwechslung. Bekannte Schauspieler wie Til Schweiger, Jan Josef Liefers, Axel Milberg oder Nora Tschirner dürften ebenfalls zur Beliebtheit beitragen.

Bild: Screenshot http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/index.html

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