Toprak nach Last-Minute-Fehlschuss fassungslos

Leverkusen (dpa) – Ömer Toprak konnte es selbst nicht fassen. «Ich war mir ziemlich sicher, dass ich den reinmache. Leider hat es nicht geklappt», sagte der Abwehrchef von Bayer Leverkusen nach seinem Last-Minute-Missgeschick mit leiser Stimme und gesenktem Kopf.

Der Kapitän hätte beim 1:1 (1:0) gegen Werder Bremen zum Helden werden und seinem neuen Trainer Tayfun Korkut den Sieg zum Einstand schenken können – doch sein Elfmeter in der 96. Minute gegen Werder Bremen geriet zur Lachnummer. Für die lauten Pfiffe der Fans nach dem direkt folgenden Abpfiff hatte Toprak denn auch Verständnis: «Klar, dass sie enttäuscht sind. Ich bin es ja auch.»

Damit setzte sich Bayer Elfmeter-Trauma auch bei Korkuts Debüt spektakulär fort – schon unter Vorgänger Roger Schmidt hatte Leverkusen vier von fünf Elfmetern größtenteils kläglich vergeben. Topraks Fehlschuss am Freitag war aber nur die passende Pointe nach einer schwachen Leistung von Bayer. Und stand symbolisch für das mangelnde Selbstvertrauen der hochveranlagten Mannschaft, der nicht mal das frühe Führungstor durch Kevin Volland (7.) Sicherheit verlieh. «Wir wollen aber nicht alles Schwarz sehen», versicherte Korkut: «Es gab Auf und Abs in diesem Spiel.»

Der «Korkut-Effekt» hat bisher nicht eingesetzt. Bayer wird sich am Mittwoch bei Atlético Madrid (Hinspiel 2:4) wahrscheinlich aus der Champions League verabschieden – und das wohl für mehr als ein Jahr. Selbst ein Europa-League-Platz rückt in immer weitere Ferne – und ist mit Leistungen wie am Freitag sowieso unerreichbar.

Dafür nähert sich Werder dank zweier Helden seinem Ziel Klassenerhalt immer mehr. Neben Torhüter Felix Wiedwald, der den Strafstoß parierte, war dies Claudio Pizarro. Der 38-Jährige erzielte in seinem 200. Spiel für die Bremer mit dem Bauch das 1:1 (79.). «Er bringt eine Ausstrahlung auf den Platz, vor der jeder Gegner Angst hat», lobte Wiedwald.

Fotocredits: Marius Becker

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