Tore, Tore, Tore – das war das erste WM-Wochenende

Tore, Tore, Tore – das war das erste WM-Wochenende Zehn Spiele, 32 Tore, zwei Eigentore, drei Elfmeter und mindestens fünf umstrittene Schiedsrichterentscheidungen – das ist die Bilanz des ersten WM-Wochenendes in Brasilien. Wir haben noch einmal mal alle Spiele, Tore und Highlights für Sie zusammengefasst.

Der Freitag

Das erste Spiel am Freitagabend bestritten Mexiko und Kamerun bei strömenden Regen in Natal. Mexiko besiegte Kamerun mit 1:0 – doch der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Schon in der elften Minute schien die Führung für Mexico klar – dos Santos lenkte den Ball ins Tor, dieses wurde aber durch eine umstrittene Abseitsentscheidung nicht gegeben. Das gleiche Pech ereilte die Mexikaner in der 29. Minute. Wieder war es dos Santos, der per Kopf das Tor erzielte und wieder wurde fälschlicherweise auf Abseits entschieden. In der 61. Minute wurde Mexiko dann endlich für seine Mühen belohnt. Erneut war dos Santos beteiligt, sein Schuss wurde von Torwart Charles Itandje pariert, den Nachschuss verwandelte Oribe Peralta allerdings trocken zum 1:0-Endststand.

Beim Spitzenspiel trafen am Freitag Spanien und die Niederlande aufeinander – und dies ging mit einer Überraschung aus. 5:1 hieß es am Ende aus Sicht der Niederlande – peinlich für den amtierenden Weltmeister. Zunächst begann die Neuauflage des WM-Finales von 2010 wie erwartet: Durch einen (mal wieder) fragwürdigen Foul-Elfmeter von Xabi Alonso stand es nach 27 Minuten 1:0 für Spanien. Doch schon vor dem Pausenpfiff netzte Niederlande-Kapitän Robin van Persie per Flugkopfball zum 1:1 ein. In der zweiten Halbzeit schossen die Niederlande dann ein ganzes Torfeuerwerk ab: In der 53. Minute traf Arjen Robben zum 2:1, Verteidiger Stefan de Vrij erhöhte zum 3:1 (62.) – allerdings war auch dieses Tor wieder umstritten, da van Persie Spaniens Torwart Casillas im Fünfmeterraum rempelte. Jeweils ein weiterer Treffer von van Persie (72.) und Robben (80.) sorgten für die 5:1-Schmach für Spanien.

Um Mitternacht deutscher Zeit ging es dann für Chile und Australien um den ersten Sieg. Gewinner dieses Matches war zum Schluss Chile – mühsam kämpfte sich die Mannschaft in Cuiba zum 3:1 Zittersieg gegen den Außenseiter Australien. Schon in der 12. Minute traf Sanchez zum 1:0, das 2:0 erzielte Jorge Valdivia nur zwei Minuten später. Der Anschlusstreffer gelang Tim Cahill in der 35. Minute, woraufhin dem Team von Trainer Jorge Sampaoli etwas der Faden verloren ging. Die anfangs überforderten Australier konnten nun einige Chancen verbuchen. In der Nachspielzeit machte Beasejour dann aber den Sieg für Chile sicher. Er traf flach ins untere Eck zum 3:1-Endstand.

Der Sonnabend

Das erste Spiel am Sonnabend bestritten Kolumbien und Griechenland. 3:0 besiegte Kolumbien den Europameister von 2004 – und das mit einer eher mittelmäßigen Leistung. Die Tore machten Pablo Armero in der fünften Minute, Téoflio Gutiérrez in der 58. und James Rodriguez in der Nachspielzeit. Zwar hatte auch Griechenland ein paar Chancen auf dem Fuß, doch die nach vorne marschierenden Kolumbianer ließen den Hellenen keine Chance.

Danach ging es für Uruguay gegen Costa Rica ran. Der Überraschungssieger des Spiels hieß Costa Rica – 3:1 musste sich die Elf aus Uruguay geschlagen geben. Zwar ging der Favorit zunächst durch einen Foulelfmeter von Cavani in Führung (24.), doch Joel Campbell (54.), Oscar Duarte (57.) und Marco Urena (84.) drehten das Spiel. Zudem zeigte der deutsche Referee Felix Brych die erste rote Karte der WM – nach einem groben Foulspiel musste Uruguayer Maxi Pereira das Spiel in der vierten Minute der Nachspielzeit – also kurz vor dem Schlusspfiff – verlassen.

Um Mitternacht folgte dann der Leckerbissen des Tages: England gegen Italien. Bei der Hitzeschlacht in Manaus mussten sich die Engländer mit einem knappen 2:1 geschlagen geben. Die Tore für Italien erzielten Claudio Marchisio in der 35. Minute sowie Mario Ballotelli in der 50. Minute. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Daniel Sturridge in der 37. Minute – nur zwei Minuten nach dem ersten Italien-Treffer. Beim Jubeln verletzte sich übrigens Englands Physiotrainer am Fußgelenk und musste vom Platz getragen werden – der Spott auf Twitter und Co. war ihm sicher. Insgesamt kam die italienische Mannschaft einfach besser mit der feuchten, schweren Luft klar, obwohl sich zu fortgeschrittener Spieldauer die Fehler auf beiden Seiten zu häufen begannen.

Um 3:00 Uhr deutscher Zeit ging es für die Elfenbeinküste und Japan um den Sieg. Das unterhaltsame Spiel entschied die Elfenbeinküste mit 2:1 für sich, nachdem Keisuke Honda zunächst die Japaner in Führung brachte (16.). Erst mit der Einwechslung Drogbas ging auf Seiten der Ivorer ein Ruck durch die Mannschaft. Kurz danach gelang der Elfenbeinküste der Doppelschlag: Wilfried Bony (64.) und Gervinho (66.) schossen die Mannschaft zum Sieg.

Der Sonntag

Gestern musste dann zunächst die Schweiz gegen Ecuador ran. Als Sieger ging das Team von Ottmar Hitzfeld vom Platz – 2:1 besiegte die Schweiz den Gegner. Nach einem Patzer von HSV-Profi Djourou ging aber erst einmal Ecuador in Führung. In der 22. Minute traf Enner Valencia zum 1:0. Die Wende zum Schweizer Sieg gelang Admir Mehmedi mit dem 1:1 in der 48. Minute, das 2:1 schoss Haris Seferovic in der Nachspielzeit. Die bessere Mannschaft war hingegen über lange Strecken Ecuador. Auch dieses Spiel wurde wieder von einer unrechtmäßigen Schiedsrichterentscheidung überschattet: Ein Treffer von Schweizer Drmic in der 70. Minute wurde fälschlicherweise wegen Abseits nicht gegeben.

Anschließend spielte Frankreich gegen Honduras. Auch ohne Ribery gelang es den Franzosen, Honduras zu besiegen. Der Endstand lautete 3:0. Ein Foulelfmeter in der 45. Minute, geschossen von Karim Benzema, sorgte für den ersten Treffer Frankreichs. Honduras Wilson Palacois erhielt für sein Foul die gelb-rote Karte und musste vom Platz. Kurz nach dem Wiederanpfiff wurstelte Honduras Torwart Noel Valladares den Ball über die Linie – dies hatte zwar keiner so richtig gesehen, aber die erstmals bei dieser WM eingesetzte Torlinientechnik entschied auf Eigentor und 2:0 für Frankreich. Das 3:0 schoss erneut Benzema (72.).

In der Nacht zu heute musste noch Argentinien gegen Bosnien-Herzegowina ran. Der Mitfavorit Argentinien gewann sein Auftaktspiel zwar mit 2:1, konnte aber trotzdem nicht überzeugen. Das Spiel begann mit einem Rekord: Bosnier Kolasinac erzielte das schnellste Eigentor der WM-Geschichte – so stand es schon nach drei Minuten 1:0 für Argentinien. Das 2:0 fiel erst in der 65. Minute. Der Torschütze hieß nach einem Geniestreich Lionel Messi – der zwar auch schon am Eigentor beteiligt war, aber sonst nicht weiter glänzen konnte. Stuttgarter Ibesevic machte es kurz vor Schluss noch einmal spannend und traf in der 84. Minute zum 1:2. Argentinien zitterte sich über die Zeit und siegte am Ende glücklich.

Und heute…

Heute Abend geht es für Deutschland um die Wurst – sind Sie auch schon so gespannt, wie es für Jogis Jungs ausgeht? Wie die Chancen stehen, erfahren Sie in unserem WM-Check. Außerdem treffen noch Iran und Nigeria aufeinander, in der Nacht zeigen dann unsere Gruppengegner Ghana und USA in welcher WM-Form sie sich befinden.

Bild: Thinstock, iStock, lexaarts

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