Unterwasser-Turbinen: sind Meereskraftwerke die Energielieferanten von morgen?

Unterwasser-Turbinen: sind Meereskraftwerke die Energielieferanten von morgen? Offshore-Windkraftanlagen sind weithin sichtbare Markenzeichen einer veränderten Energiepolitik, die auf Nachhaltigkeit und saubere Technologien setzt. Eine ganz ähnliche Technik wirkt aber inzwischen auch im Verborgenen, unter dem Meeresspiegel. Unterwasser-Turbinen werden mancherorts als die Energiequelle der Zukunft gefeiert. Was können Sie von den untergetauchten Windkraftwerken erwarten?

Vor- und Nachteile der Meereskraftwerke

Im Gegensatz zu Gezeitenkraftwerken, die den Tidenhub zwischen Ebbe und Flut zur Stromerzeugung nutzen, ziehen Meeresströmungskraftwerke die Energie aus einer stetigen Wasserbewegung, wie zum Beispiel dem Golfstrom. Sie liefern daher einen sehr gleichmäßigen und vorhersagbaren Beitrag zur Energieversorgung. Dies wird als ein Hauptvorteil gegenüber Solaranlagen und Windkraftwerken herausgestellt. Die Einsatzmöglichkeiten für Unterwasserturbinen sind allerdinge deutlich begrenzter als die von Windkraftanlagen, auch wenn sie erheblich mehr Potential besitzen als Gezeitenkraftwerke, wie das an der Rance bei St. Malo in Frankreich, das seit 1966 jährlich rund 600 GWh Strom liefert. Für derartige Gezeitenkraftwerke gibt es weltweit schätzungsweise 100 prinzipiell geeignete Orte. Die summierte Kapazität entspricht etwa dem, was allein an den strömungsreichen Küsten Englands und Frankreichs mit Unterwasserturbinen produziert werden kann. Rund 80 Prozent der nutzbaren Meeresströmungen in Europa liegen in diesen beiden Regionen. Großbritannien könnte damit schätzungsweise rund ein Fünftel des gesamten Strombedarfs decken. Da wundert es nicht, dass gerade England und Frankreich in diesen Cleantech investieren.

Was können Strömungskraftwerke am Meeresgrund leisten?

Die global summierte Stromproduktion von Windkraftanlagen betrug 2012 bereits rund 580 TWh jährlich und deckte damit bereits gut drei Prozent des weltweiten Strombedarfs. Nach einer 2009 an der Harvard University veröffentlichten Studie ist damit nicht einmal ein Tausendstel der nutzbaren global Windenergieressourcen ausgeschöpft. Im Gegensatz dazu wird das Potential der Meereskraftwerke auf dreieinhalb bis zehn Prozent des Weltstrombedarfs geschätzt, also etwa so viel, wie Windkraftanlagen heute bereits liefern. Meeresströmungskraftwerke sind daher als eine gute Ergänzung zu Windkraftanlagen und Photovoltaik zu sehen, die einen beständigen Beitrag zur Deckung der Grundlast liefert. (Hier gibt es weitere Informationen zur nachhaltigen Ökologie) Ihr Potential ist aber zu gering, um andere Energieträger vollständig zu ersetzen.

Nicht die, aber eine Energie der Zukunft

Unterwasser-Turbinen bieten gerade an den Küsten im Nordwesten Europas ein hohes Potential für eine zuverlässige Stromerzeugung durch saubere Technologien. Global gesehen bietet Solaranlagen und Windkraftwerke deutlich mehr Möglichkeiten, aber zuverlässige Unterwasserturbinen könnten ewiggestrigen Nörglern den Wind aus den Segeln nehmen.

IMG: salavan – Fotolia

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