Viele Tore und noch mehr Glück – diese Mannschaften taumelten am Wochenende ins Viertelfinale

Viele Tore und noch mehr Glück – diese Mannschaften taumelten am Wochenende ins ViertelfinaleBrasilien, Kolumbien, die Niederlande und Costa Rica stehen im Viertelfinale! Insgesamt konnten wir in den vier Achtelfinals vom Wochenende ganze 22 Mal beobachten, wie es im Kasten klingelte – inklusive Last-Minute-Toren, Elfmetern und ganz viel Dramatik.

Drama pur: Júlio Cesar rettet Brasilien im Elfmeterkrimi

Tempo, Leidenschaft und harte Zweikämpfe – Brasilien und Chile schenkten sich über 90 Minuten nichts. Besonders gefordert war dabei der englische Schiedsrichter Howard Webb, der aber glücklicherweise immer das nötige Fingerspitzengefühl bewies und sich keine falschen Entscheidungen zu Schulden kommen ließ. Unglücksrabe der Partie war hingegen Chilene Gonzalo Jara: Nicht nur, dass er Brasilien bereits in der 18. Minute mit einem Eigentor in Führung brachte, beim späteren Elfmeterschießen traf er nur den Pfosten. Doch der Reihe nach: In der 32. Minute gelang Chiles Sanchez nach einem Patzer von Hulk der Ausgleich. Hatte vorher Brasilien am Drücker gesessen, war nach dem Tor auch „La Roja“ zurück im Spiel. Trotzdem schaffte es Brasilien erneut, die Intensität des Spiels zu erhöhen, ein wütender Angriff nach dem anderen rollte auf Chiles Tor zu. Auch nach dem Seitenwechsel gab es auf beiden Seiten kein Erbarmen – dann fast das 2:1 für Brasilien: Hulk traf zwar in der 54. Minute das Tor, Schiedsrichter Webb erkannte dieses wegen Handspiels jedoch nicht an. Nach 90 Minuten stand es also noch immer 1:1 und es ging in die Verlängerung. Tempo und Temperaturen taten ihr übriges und so häuften sich sowohl bei Chile als auch bei Brasilien Fehlpässe und Ungenauigkeiten. Somit war das Ergebnis nach 120 Minuten unverändert und es ging ins Elfmeterschießen. Brasiliens Torwart Júlio Cesar machte sich dabei – zumindest für diesen Abend – zum Helden: Gleich zwei Schüsse parierte er, die von Mauricio Pinilla und von Alexis Sánchez. Am Ende des Elfmeterschießens stand es 4:3 für Brasilien – der Gastgeber ist also glücklich noch immer im Turnier.

Uruguay ohne den „Beißer“ glücklos

Mit gleich zwei Treffern schoss Kolumbiens Jungstar James Rodriguez seine Mannschaft gegen Uruguay ins Viertelfinale. In der 28. Minute brachte Rodriguez das kolumbische Team gegen blasse „Urus“ nach einem schönen Volleyschuss aus 20 Metern in Führung, in der 50. Minute musste er zum 2:0 nur noch abstauben, nachdem sein Teamkollege Juan Cuadrado den Ball mit viel Gefühl in die Mitte des Strafraums flankte. Und Uruguay? Das Team wachte erst nach dem zweiten Treffer der Kolumbianer richtig auf, sämtliche Angriffsbemühungen blieben ohne den „Beißer“ Suarez, der nach seiner Attacke gegen Giorgio Chiellini für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt wurde, aber unbelohnt. Somit ist Kolumbien verdient weiter und trifft nun im Viertelfinale auf Brasilien.

Mexiko weint: Zwei Treffer aus dem Nichts verhelfen Niederlande zum Weiterkommen

Fortaleza war ein einziger Glutofen, als gestern die Niederlande und Mexiko aufeinandertrafen. Bei mehr als 30 Grad und rund 70 Prozent Luftfeuchtigkeit war für beide Mannschaften Kämpfen bis zum Umfallen angesagt. Die Mannschaft von Trainer Luis van Gaal reagierte auf die Temperaturen mit einer starken Defensivstrategie – die Bälle wurden eigentlich nur im Mittelfeld hin- und her gespielt. Mexiko konnte sich hingegen etwas besser an die Gegebenheiten anpassen und sorgte für viel Druck auf Cillessens Tor. In der 48. Minute dann die Belohnung für den Kampf: Dos Santos nahm Maß und traf zum 1:0. Das war der Weckruf für die Niederländer – plötzlich ging es wieder nach vorne und auch Torchancen konnte das Team um Kapitän van Persie endlich einmal verbuchen. Kurz vor Schluss traf dann Wesley Sneijder zum Ausgleich nach schöner Vorarbeit vom gerade eingewechselten Schalker Klass Jan Huntelaar. Nach einem Foul von Marquez an Robben in der Nachspielzeit konnte Huntelaar sogar noch einmal seine Joker-Qualitäten beweisen: Den gegebenen Elfmeter verwandelte er souverän zum 2:1-Endstand.

Trotz frühem Platzverweis weiter: Costa Rica baut seine Underdog-Favoritenrolle aus

Über lange Strecken zeigten Costa Rica und Griechenland in Recife eher eine müde Nummer als einen heißen Kampf ums Viertelfinale. Italien-Besieger Costa Rica agierte von seinen bisherigen Leistungen weit entfernt, erst nach der Pause konnte Bryan Ruiz einen Freiraum nutzen und zog aus 17 Metern zum 1:0 ins untere rechte Eck ab (52. Minute). In der 66. Minute gab es wegen wiederholten Foulspiels eine gelb-rote Karte für Costa Ricas Óscar Duarte, danach ging es für die Mannschaft in Unterzahl weiter, was Costa Rica zunächst nicht zu behindern schien. Erst in der 90. Minute konnte Griechenland dann die entstandene Lücke nutzen: 1:1 durch das erste WM-Tor von Dortmunds Verteidiger Sokratis. Die zehn Costa Ricaner kämpften sich tapfer durch die Verlängerung und so ging es mit dem 1:1 auch ins Elfmeterschießen. Costa Rica verwandelte hier souverän alle fünf Elfmeter, während Griechenland nur dreimal traf. Somit geht es verdient für Costa Rica ins Achtelfinale, wo das Team am Samstag in Salvador auf die Niederlande trifft.

Sieg für Deutschland oder Rache Algeriens?

Heute Abend werden die beiden Teams für das Viertelfinale am Freitag ermittelt. Um 18 Uhr trifft Frankreich auf Nigeria. Um 22 Uhr dann die nächste Partie für Jogis Jungs: Algerien kündigte an, die „Schande von Gijon“ rächen zu wollen und auch im dritten WM-Spiel nach 1964 und 1982 den Favoriten Deutschland besiegen zu wollen. Wie genau das deutsche Team darauf reagiert, werden wir heute Abend sehen – zu sicher sollten sich aber beide Mannschaften nicht sein, denn bei dieser WM ist ja bekanntermaßen alles möglich!

Bild: Thinkstock, iStock, mangostock

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