Vorgeschmack auf die WM – DFB-Team unter Druck

FußballfansNach dem doch eher mühevollen 1:0-Sieg gegen Chile mussten die deutschen Nationalspieler ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Das Stuttgarter Publikum erwartete von den vielen Feinfüßen ein spielfreudiges und torreiches Fest – vergeblich. Fakt ist, dass auf Jogi Löw und seine Männern in der verbleibenden Zeit bis zum WM-Start viel Arbeit zukommt.

Deutschland-Chile: ein Resümee

In der 16. Minute durften die Fans zum ersten – und einzigen – Mal jubeln: Mario Götze traf nach einem Gewühl im chilenischen Strafraum und Pass von Mesut Özil. Ansonsten bekamen die knapp 55.000 Zuschauer in erster Linie formschwache Leistungsträger und eine wackelige Abwehr mit allerlei Problemen zu sehen. Gemessen am Spielverlauf hätte der 1:0-Sieg auch gut und gerne ein 1:5-Debakel werden können. Ein ums andere Mal wurde die deutsche Verteidigung von den schnellen Südamerikanern mit Barcelona-Star Alexis Sanchez überlaufen, nur der letzte Pass wollte häufig nicht gelingen – und wenn doch, durften sich die Deutschen bei der Unterkante der Latte bedanken, dass hinten die „Null“ stehen blieb. Weite Teile der Partie beherrschten die Chilenen: Am Ende zählte die Statistik zwölf klare Torchancen zu ihren Gunsten.

Reaktionen von den Fans und aus dem Team

Begleitet von einem lauten Pfeifkonzert schickten die Fans Mesut Özil bei dessen Auswechslung in der 89. Minute in die Kabine. Der Arsenal-Legionär befindet sich seit einiger Zeit weit entfernt von seiner Bestform. Nach dem Spiel bekam die gesamte Mannschaft den Unmut des Publikums zu hören. Eine Reaktion, die Kapitän Philipp Lahm nachvollziehen kann, Oliver Bierhoff hingegen ärgerte sich über die Pfiffe. Trainer Löw fand sich in seinen „Prophezeiungen“ bestätigt. Kürzlich legte er schon dar, dass Deutschland zwar auf dem Papier über eine sehr starke Mannschaft verfüge, die Wahrheit auf dem Platz derzeit jedoch anders aussehe, da einige Spieler nach Verletzungen noch nicht wieder zu 100 Prozent fit und andere formschwach seien. Der Druck auf die Akteure und auch auf die Verantwortlichen drum herum ist nach der schlechten Leistung gegen Chile enorm gestiegen.

Weitere Tests im Mai und Juni

Bevor für die deutsche Nationalmannschaft am 16. Juni gegen Portugal das WM-Abenteuer beginnt, testet die Elf von Jogi Löw noch drei Mal – gegen Polen, Kamerun und Armenien. Es bieten sich dem Team also genügend Möglichkeiten, sich für das Saison-Highlight optimal einzuspielen. Für das Trainergespann und jeden einzelnen Spieler gibt es viel zu tun, doch Sorgen muss sich die Nation keine machen – schließlich ist Deutschland eine klassische Turniermannschaft.

Fotocredit: DOC RABE Media – Fotolia

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