Was ist eigentlich ein Hipster?

Als Hipster wird eine urbane Jugendkultur bezeichnet, deren Anhänger sich durch ihren Kleidungsstil und ihre Lebensweise vom „Mainstream“ abzugrenzen versuchen. Generell werden ihnen die Vorliebe für ein gewisses modisches Understatement und abseitige kulturelle und künstlerische Interessen zugeschrieben. Liest man sich durch Kultur- und Modeblogs gewinnt man schnell den Eindruck, dass die deutschen Großstädte nur so wimmeln vor Hipstern. Doch was hat es wirklich auf sich mit diesem Phänomen?

Die Optik

Wie hat man sich nun einen Hipster vorzustellen? Diverse im Internet kursierende „Homeless or Hipster“-Witze zeigen: der Schlüssel ist eine gekonnte Mischung aus Avantgarde und Understatement, High-Tech und Second-Hand. Lange galt die „Nerd-Brille“, eine übergroße Hornbrille als DAS Hipster-Accessoire schlechthin. Dazu kamen (bei Männern) Vollbärte oder Schnäuzer, ausgelatschte Turnschuhe wie Sneakers von Vans oder Converse und diverse Kleidungsstücke, die man typischerweise in Second-Hand-Boutiquen vorfindet, wie Karohemden, Jeans- oder Strickjacken. Kombiniert man solch einen lässigen Stil nun bewusst mit Accessoires wie seltenen Vintage-Caps, Herrenhüten, Schals, Smartphones, Tablets und Designertaschen kann man sich getrost als Hipster bezeichnen.

Alles nur oberflächlich

Tatsächlich ist es nun so, dass die besagte Nerd-Brille zumeist überhaupt keine Stärke hat und als reines Accessoire getragen wird. Auch die „olle“ Strickjacke die aussieht, als käme sie vom Flohmarkt, kann gerne einige hundert Euro gekostet haben und von einem teuren Designer-Label stammen. Denn auch wenn der „Hipster-Kultur“ die verschiedensten Attribute zugeschrieben werden handelt es sich hier in erster Linie um einen Modetrend.

Bist du ein Hipster?

Diese Frage würden wohl die wenigsten Großstadtbewohner, die man in Bars oder Cafés in Hamburg oder Berlin antrifft, mit „Ja“ beantworten, auch wenn sie sich exakt so kleiden wie oben beschrieben. Der Grund hierfür ist, dass der Begriff „Hipster“ nie wirklich eine Bewegung bezeichnet hat, sondern immer nur als Fremdzuschreibung gebraucht wurde, vor allem von den Anhängern „echter“ jugendlicher Subkulturen wie Hip-Hoppern, Emos, Metalheads, Gothics, Punks usw., die Menschen, die zwar nicht wie „Normalos“ aussahen, sich aber auch nicht anders einordnen ließen gerne in diese Sammelschublade steckten. Oftmals wird „Hipster“ sogar als regelrechtes Schimpfwort empfunden, was daran liegt, dass es sich hierbei mittlerweile um den Mainstream des Untergrunds handelt.

Alternativ zu sein ist heutzutage eben Mode. Und modisch will nun mal jeder sein.

Mehr Infos zu aktuellen Streetwear-Styles finden sich auf vielen interessanten Mode Blogs.

Fotoquelle: Oliver Boehmer – Fotolia

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