Werder kritisiert Farbbeutel-Attacke auf HSV-Bus

Bremen – Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen hat seine Fans nach der Farbbeutel-Attacke auf den HSV-Mannschaftsbus scharf kritisiert.

«Das ärgert uns sehr. Dieses Verhalten ist völlig instinktlos», sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald. «Gerade nach den Vorkommnissen in Dortmund kann man nur den Kopf schütteln.»

Auch Manager Frank Baumann bezeichnete die Attacke als «inakzeptabel». Baumann sagte mit Verweis auf den Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus am 11. April: «Für Gewalt und Sachbeschädigung fehlt mir grundsätzlich jedes Verständnis, aber gerade nach so einer Woche ist dieser Vorfall nicht zu entschuldigen.»

«Man zuckt schon zusammen», sagte HSV-Trainer Markus Gisdol nach der 1:2-Niederlage im Nordderby der Fußball-Bundesliga in Bremen. «Ich finde das sehr unsensibel nach den Vorkommnissen der letzten Tage.» Der jetzt beim HSV spielende Ex-Bremer Aaron Hunt sagte: «Gerade nach so einem Vorfall wie in Dortmund hätte man sich gewünscht, dass keine Idioten irgendein Zeug werfen. Das ist schade.»

Bei der Einfahrt ins Bremer Stadion war der Bus mit grüner und weißer Farbe und Gegenständen beworfen worden. Der Bus sei beschädigt, verletzt sei aber niemand, bestätigte ein Polizeisprecher. Zudem gab es nach Polizeiangaben vor dem Spiel mehrere Flaschenwürfe auf Einsatzkräfte.

«Das Ding machen wir jetzt nicht größer, als es ist», sagte der Hamburger Manager Jens Todt: «Wir haben uns davon nicht einschüchtern lassen.» Ansonsten war es auf den Rängen und im Umfeld des Hochrisikospiels vergleichsweise friedlich.

«Unser Konzept ist zur Gewährleistung einer störungsfreien An- und Abreise der Fußballfans mit der Bahn aufgegangen», sagte der Bundespolizei-Einsatzleiter Jörg Einemann. HSV-Fans waren nach Polizei-Angaben für zwei Sachbeschädigungen in einem Zug verantwortlich. «Größere Konfrontationen konnten durch strikte Fantrennung und konsequentes Einschreiten unterbunden werden», schrieb die Polizei Bremen in einem vorläufigen Resümee am Sonntagabend.

Fotocredits: Carmen Jaspersen
(dpa)

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