Wie kann ein bedrucktes Stück Papier die Welt regieren?

Geld regiert die Welt. Habe ich kein Geld, kann ich nicht überleben, habe ich nicht genug Geld, bin ich in meinem Leben und Luxus eingeschränkt. Dennoch bedeutet mir Geld herzlich wenig, es ist doch nichts weiter, als bedrucktes Papier, mit dem ich gut und gerne um mich schmeiße, um mich zu amüsieren. Wird das Geld jedoch mal knapp, fängt man schonmal an sich zu fragen, ob das alles eigentlich mit rechten Dingen zugeht.

Wir leben in einer Gesellschaft des Konsums. Der Staat sorgt sich nicht um das Wohlergehen seiner Bürger, sondern darum, dass die Wirtschaft läuft. Denn läuft die Wirtschaft, klingeln die Kassen. Es dreht sich alles nur noch um Geld. Man kann sich eigentlich auf den Leitfaden verlassen: Ohne Moos nix los! Denn Niemand, vor allem Niemand mit einer gewissen Macht und Stellung, setzt sich noch für etwas ein, wenn es dabei nicht um Kohle geht. Es stellt sich vor allem eine bedeutende Frage: Wie kann ich diesen Wahn umgehen, ohne von den Geldgeiern ausgenommen zu werden?

Vater Staat bezieht von seinen Kindern Taschengeld

Deutschland ist ein geregeltes Unternehmen. Der Staat sorgt für seine Schäfchen und lässt sich als Gegenleistung auch von ihnen versorgen – denn wer gibt schließlich ohne zu nehmen?
Manch einer mag sich über die Steuern beklagen, mag sich womöglich sogar dagegen auflehnen, bringen tut ihm das letztlich jedoch nichts. Dieses Manifest erschüttert Niemand. Das Verrückte ist nur, dass uns das Geld aus der Tasche gezogen wird, ohne dass wir es bemerken und ohne dass wir wissen, wo es hingeht. Die angegebenen Haupteinnahmen des deutschen Staates sind die Steuern, doch dabei bleibt es noch lange nicht. Braucht der Staat zusätzlich Geld, so erhöht er flux die Tabaksteuer und alles ist wieder im Lot.
Die Tatsache, dass es in einer Demokratie nicht mehr für nötig gehalten wird, sein Volk gerecht und aufgeklärt zu behandeln, lässt nicht verwundern, dass sich die Menschen beschweren.

Haben, Haben, Haben

Wie bereits erwähnt lebt ein Unternehmen von der Wirtschaft. Läuft die Wirtschaft, d.h. kaufen die Menschen, dann geht es auch der Staatskasse gut. Wir bemerken jedoch gar nicht mehr, wie wir dazu gedrillt werden, zu kaufen und zu kaufen und zu kaufen… und sehen dabei gar nicht, wie viel wir schon haben und dass wir überhaupt nichts mehr benötigen.

Es gibt Angebote im Überschuss, die Menschen bringen ihr Leben damit zu, eine Vielfalt an Produkten auf den Markt zu bringen, überlegen sich die wildesten Strategien, wie man diese am besten verkaufen kann, obwohl es schon Tausende ähnliche Produkte gibt. Das bedeutet, die Arbeit, die diese Menschen verrichten, bringt Niemandem irgendetwas – nur ihnen selbst viel Geld.

Dabei verlieren sie völlig aus den Augen, worum es in unserem begrenzten Leben wirklich geht. Statt sein Leben mit Gewinn, Gier und Geld zu füllen, könnte man sein Dasein auf der Erde doch viel geistreicher und sinnvoller ausschöpfen. Womöglich damit, viele tolle Menschen kennen zu lernen, an vielen schönen Orten zu sein, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Denn auf dem Sterbebett kann ich nur noch auf mein Leben zurückblicken, mein Kontostand wird mich spätestens dann nicht mehr interessieren.

Leben in einer Konsumgesellschaft

Die andere Seite, nämlich die Konsumenten, können sich jedoch auch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Schließlich müssen sie auf dem Laufenden bleiben und kaufen, was der Markt hergibt – so wie es von ihnen erwartet wird.
Das Witzige daran ist jedoch, dass die Käufer dabei hinters Licht geführt werden. So werden Produkte, die auf den Markt kommen – sei es ein Auto, ein Drucker oder nur eine einfache Glühbirne – so ausgerichtet, dass sie nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Denn was nutzt es der Wirtschaft und dem Staat, wenn alle Produkte so lange halten, dass man nichts mehr nachkaufen muss?

Es ist eine Tatsache, dass Glühbirnen eine wesentlich höhere Lebensdauer haben könnten, als die, die der Verbraucher im Laden kaufen kann. In Livermore, USA glüht eine Glühbirne nun schon seit 1901, seit 110 Jahren. Da fragt man sich, warum gibt es sowas nicht zu kaufen? Ganz einfach: Eine solcher Lichtspender wird nicht zugelassen, weil er ein absoluter Wirtschaftstöter ist.

So hat auch jeder Drucker einen Chip integriert, der dem Drucker nur eine gewisse Anzahl von gedruckten Papieren garantiert und ihn bei Überschreitung dieser Zahl daran hindert, weiterzudrucken. Im Laden wird dann geraten sich einen neuen Drucker zu kaufen, da man das Problem nicht beheben kann. So landen die Produkte auf dem Müll und der Nutzer wird zum Konsumenten und Wirtschaftsankurbler, ob er will oder nicht.
Bei Verkauf eines Produktes wird also schon darauf spekuliert, dass der Käufer in ein paar Jahren wiederkommen muss. So wird uns das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass wir es bemerken.

Kapitalismus vs. Umwelt

Nun stellt sich die Frage: Wo landet eigentlich der ganze Schrott, den wir nicht mehr gebrauchen können? Freundlicherweise werden den Entwicklungsländern, wie denen in Afrika, scharenweise „Hilfsmittel“ geschickt. So werden containerweise die tollsten Gerätschaften abgeladen, von denen 80 % unbrauchbar ist. Während die Menschen dort an Hunger und Wassermangel leiden, schicken wir ihnen unter dem schönen Decknamen „Spende“ einen Haufen Mist wie Computer, Fernseher, Drucker, den sie nicht brauchen können und der das Land komplett verschmutzt. Denn wo sollen die unbrauchbaren Dinge hin? Sie liegen in Flussbetten oder auf Feldern herum und verschmutzen den Boden.

Langsam kommt den Menschen die Natur wieder ins Bewusstsein, auch in der Politik ist das Thema Umwelt nicht mehr wegzudenken. Die Gier nach dem großen Geld hat jedoch schon mehr zerstört als jemals wieder repariert werden kann.

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