Wo bleibt der Spaß an der EM?

Leere Fanmeilen, kaum eine Fahne und auch kein Autokorso: Die diesjährige EM in Frankreich lässt so ziemlich jede Euphorie vermissen. Aber woran liegt es? Ist die Angst vor Terroranschlägen zu groß, nehmen einem die Hooligans in und ums Stadion die Freude oder ist die aktuelle Stimmung im Land Schuld?
Fanmeile bei der EM in Berlin

Wer schon vor einem Jahr sein Eintrittskarte für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich ergattern konnte, fieberte wohl lange auf dieses Turnier hin. Mittlerweile haben viele Fans Angs vor einem Anschlag bzw. die Euphorie im Land fehlt ihnen. Viele Public Viewing-Plätze füllen sich kaum zur Hälfte. In vielen Biergärten oder Bars findet man noch kurz vor dem Anpfiff einen Platz – auch vor einem Deutschlandspiel!

Die wohl berühmteste deutsche Fanmeile in Berlin war besonders zu Beginn der Europameisterschaft so klein, dass man ihr den Spitznamen „Fanmeilchen“ gab. Einige “Fans“ zeigten den Hitlergruß und standen für die aktuell so verworrene und traurige Stimmung in unserem Land. Und eben diese Bilder passen nicht zu einem erneuten Sommermärchen. Ebenso wenig repräsentieren die randalierenden russischen und englischen Hooligans auf Frankreichs Straßen und in den Arenen das so erhoffte Turnier. Gewalt und Fremdenfeindlichkeit scheinen Überhand zu nehmen und die EM-Stimmung zu trüben. Das Schland- und Wir-Gefühl ist weg!

Schlechtes Wetter und schwache Spiele

Weitere Aspekte, die an der fehlenden Euphorie beteiligt sind, sind zum einen das schlechte Wetter und die spielerische Unterdurchschnittlichkeit. Die EM-Partien sind torarm und sehr defensiv – eben nicht das, was sich der Fußballfan erhofft! Hinzu dann auch noch Terrorwarnungen, und schon ist die EM-Euphorie gehemmt.

Trotzdem: Wo sind all die Fahnen und hupenden Autos hin? Das gemeinschaftliche „Schland-Gefühl“ wird vermisst. Liegt es nur am Terror und an den Hooligans? Das sicher nicht, Deutschland wirkt geradezu fußballmüde… Hinzu kommt, dass die deutschen EM-Jungs kaum ein Gesicht haben. Sie wirken unnahbar und so neutral. Dem durchschnittlichen EM-Fan sagen Namen wie Hector, Tah oder Kimmich sowieso nichts!

Publikumslieblinge wie einst Schweini oder Poldi spielen zwar noch mit, doch sind sie heute erwachsen und keiner will sie mehr knuddeln. Stattdessen sitzt der eine auf der Bank und der andere ist an den Schläfen ergraut. Und dann ist es eben wie es ist… Niemand hupt und die Plätze sind leer…

Fotoquelle: Starpress, 02392997, AEDT

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