Ancelotti: Bei WM mit mehr Teams droht sinkende Qualität

München – Bayern-Trainer Carlo Ancelotti befürchtet angesichts des anhaltenden Wachstums im Fußball sinkende Qualität bei den Spielen und nachlassendes Interesse.

«Die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen schon jetzt die Qualität, weil wir eben immer öfter auf den Platz müssen», sagte der Coach des deutschen Rekordmeisters in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung». «Der Fußball könnte sich sozusagen selber fressen. Er wird zu sehr ausgepresst. Weniger Spiele, mehr Qualität. Da müssen wir hin.»

Schon bei der Europameisterschafts-Endrunde im Sommer, die erstmals mit 24 Mannschaften stattfand, habe es zu viele Mannschaften, zu viele Spiele und zu wenig Sehenswertes gegeben. Der Weltverband FIFA wolle mit der möglichen Erweiterung der WM auf bis zu 48 Teams zwar die ganze Welt beteiligen, es bestehe aber das Risiko, dass ein Großteil der Spiele ziemlich uninteressant werde, meinte Ancelotti.

Für die Trainer sei die Arbeit durch die sozialen Medien schwieriger geworden. Durch «die Einsamkeit des Smartphones» isolierten sich die Spieler. Daher vermeide er inzwischen längere Trainingslager oder Klausur-Einheiten, wo manche drei Stunden lang am Bildschirm seien. «Wenn die Spieler zu Hause sind, müssen sie mit ihren Frauen und Kindern reden, erklärte Ancelotti.

Der 57-Jährige lobte die Atmosphäre beim FC Bayern, wo «ohne Dramen und ohne große Diskussionen» Niederlagen analysiert worden seien. Der als Präsident zurückgekehrte Uli Hoeneß sei «genauso herzlich und geradeaus, wie ich ihn mir vorgestellt habe». Als Münchner Spieler, denen er nicht mehr so viel beibringen könne wie anderen, nannte der Trainer Kapitän Philipp Lahm, Thomas Müller und Xabi Alonso.

Fotocredits: Tobias Hase
(dpa)

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