Der Traum von Björgen: Noch dreimal Gold zur Unsterblichkeit

Pyeongchang – Die erfolgreichste Frau bei Winterspielen ist sie schon, nun will Marit Björgen auch noch ihre norwegischen Landsleute Ole Einar Björndalen und Björn Daehlie übertrumpfen.

In Pyeongchang schließt sich die unglaubliche olympische Karriere der Skilangläuferin, die bei bislang vier Teilnahmen sechs Gold- und drei Silbermedaillen sowie einmal Bronze gewann. «Ich habe einen Traum: Mir fehlen ja noch drei Goldmedaillen, um den erfolgreichsten Olympioniken der Winterspiele, um Ole Einar Björndalen zu überflügeln», sagte Björgen in dieser Saison der «Heilbronner Stimme». Im Skiathlon am Samstag, einem 15-Kilometer-Rennen mit Wechsel zwischen klassischer Lauftechnik und Freistil, geht sie gleich im ersten Langlauf-Wettbewerb der Spiele als Favoritin an den Start.

111 Weltcup-Siege hat Marit Björgen errungen – auch das macht sie einmalig. Genau wie ihre 18 Weltmeistertitel. Erst vor einem Jahr gewann sie deren vier in Lahti. Was ihr Vorhaben, in Südkorea drei Goldmedaillen zu holen, nur unterstreicht.

Mit 37 Jahren ist Björgen ihren Konkurrentinnen noch immer überlegen, auch wenn ihr die Siege nicht mehr so leicht fallen. Doch sie schafft es mit ihrer unglaublichen Dynamik zumindest bei den Saisonhöhepunkten immer wieder, ihr Leistungsniveau auszuschöpfen.

Auf Olympia bereitete sich die Norwegerin noch intensiver vor als früher. Mitte Dezember verabschiedete sie sich aus dem Weltcup und kehrte erst am Sonntag vor einer Woche in Seefeld dorthin zurück. Platz fünf über 10 Kilometer war praktisch ein Warmlaufen für den Medaillenkampf im Zeichen der fünf Ringe. «Ich musste mich erst wieder an den Wettkampfalltag herantasten. Es lief schon ganz ordentlich», sagte sie schelmisch.

Björgen hat alles gewonnen, was man gewinnen kann. Aber sie musste auch einige Täler durchlaufen. Vor allem nach der Saison 2005/2006. Da fiel sie in ein Loch, aus dem sie nur schwer herausfand. Gesundheitliche Probleme machten ihr ebenso zu schaffen wie falsches Training. Sie überstrapazierte ihren Körper durch zu harte Einheiten. Als sie das in den Griff bekam, kamen auch die Erfolge zurück. Seit 2010 gab es kein Großereignis mehr, von dem sie nicht mindestens zwei Titel mit nach Hause brachte.

Dort wartet seit Dezember 2015 Sohn Marius immer wieder sehnsüchtig auf seine Mutter. Während sie trainiert und Wettkämpfe bestreitet, kümmert sich ihr Lebensgefährte Fred Börre Lundberg, selbst 1994 Olympiasieger in der Nordischen Kombination, um den Sprössling. Gemeinsam wollen sie nach Björgens Karriere auf einen Bauernhof ziehen. Es wird nicht mehr lange dauern, doch zuvor will Björgen an die Spitze der olympischen Wintersportler.

Fotocredits: Jon Olav Nesvold
(dpa)

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