Die Rente ist sicher? – Schön wär’s!

Die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kommuniziert die ­ ohnehin nur für wenige Jahrgänge gültige ­ Rente ab 63 und die erweiterte Mütterrente als zwei Schritte für eine größere Rentengerechtigkeit. Ob diese tatsächlich eintritt, lässt sich kontrovers diskutieren. Eindeutig ist jedoch, dass die beiden Ausweitungen der Rentenansprüche die Gesamtheit der künftigen Rentner belasten und somit die Sicherheit eines ausreichenden Rentenniveaus verringern.

Die Rente ab 63 und die Mütterrente führen zu zusätzlichen Kosten

Dass die Mütterrente und die Rente ab 63 keinerlei zusätzliche Kosten verursachen, hatte die Bundesregierung entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nicht behauptet. Sie gab die anfallenden Zusatzkosten jedoch mit 8,9 Milliarden Euro an, während sie sich in Wirklichkeit auf 13,5 Milliarden Euro belaufen. Einen Teil der Ausgaben refinanziert die gesetzliche Rentenversicherung durch den steigenden Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Dieser dient dazu, die dem Rententräger vom Gesetzgeber auferlegten Sonderkosten zu erstatten, die systembedingt nicht durch die Beiträge der Versicherten und ihrer Arbeitgeber gedeckt werden. Der erhöhte Bundeszuschuss deckt jedoch nur einen Teil der Mehrkosten, die auf die gesetzliche Rentenversicherung aufgrund der Mütterrente und der Rente für langfristig Versicherte mit 63 Jahren zukommen.

Die gesetzliche Rente wird sinken

Die Verbesserung der Mütterrente und der vorgezogene Rentenbeginn für langfristig versicherte Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung hat langfristig zwei nicht wünschenswerte Folgen für die gegenwärtigen Beitragszahler: Einerseits sagen Experten voraus, dass der Rentenversicherungsbeitrages, der zurzeit bei 18,7 Prozent liegt, auf 22 Prozent bis zum Jahr 2020 steigen wird. Des Weiteren prognostizieren sie eine Verringerung des Rentenniveaus von momentan über 50 auf dann nur noch 44 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. Die zu erwartende niedrige Rente führt dazu, dass die private Altersvorsorge immer wichtiger wird. Aus diesem Grund sollten alle Haushalte ihre Finanzen prüfen und sich um eine Zusatzversorgung kümmern. Wie groß die Lücke im Einzelfall ist, zeigt dieser Check-up von tecis. Zur verbesserten Vorsorge empfiehlt sich die Verbindung verschiedener Möglichkeiten wie der Riester-Rente und einer privaten Zusatzversicherung. Des Weiteren trägt Wohneigentum zu einer Entspannung der finanziellen Situation im Rentenalter bei.

Die Regierung hält die Rente weiterhin für sicher

Die Bundesregierung versteht die Kritik am Rentenpaket nicht. Angela Merkel und Andrea Nahles geben sich weiterhin davon überzeugt, mit dem Maßnahmenpaket zu einer größeren Rentengerechtigkeit beizutragen, ohne die Zuverlässigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung einzuschränken. Ungeachtet dessen weist die Regierung auf die Notwendigkeit der privaten Vorsorge hin. Mit der Riester-Rente steht dazu ein geeignetes Instrument bereit.

Foto: Fotolia, 45944537, bilderstoeckchen

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