Diskussion um VfL-Wolfsburg-Trainer Ismaël spitzt sich zu

Wolfsburg – Valérien Ismaël muss beim VfL Wolfsburg mehr denn je um seinen Job fürchten. Nach der bitteren 1:2-Niederlage im Kellerduell der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen vermied Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe ein Bekenntnis zum VfL-Coach.

Am Ende gehe es um Ergebnisse, sagte Rebbe. Ob Ismaël auch am kommenden Wochenende bei der Partie in Mainz noch auf der Bank sitzen werde, wollte Rebbe nicht sagen. «Ich schließe gar nichts aus», lautete sein Kommentar.

Die Zeichen stehen offenkundig auf eine Trennung von Ismaël, der mit seiner Mannschaft in diesem Jahr nur ein Spiel gewinnen konnte. Schon zwei Mal stand er bei den Niedersachsen kurz vor der Entlassung, beide Mal rettete ihn die Mannschaft mit einem Sieg. Dieses Mal gelang dies trotz einer Torschussbilanz von 27:7 nicht.

Der Franzose wollte seine eigene Position nicht bewerten. «Diese Diskussion haben wir von Anfang an», sagte der Coach und verwies lieber auf die deutliche Leistungssteigerung. «Das kann ich beeinflussen, alles andere kann ich nicht beeinflussen.»

Direkt nach der Niederlage war der VfL-Coach in die Kabine geflüchtet. Zuvor hatte Ismaël ansehen müssen, wie sein Team klar dominiert, aber ein Doppelpack von Werder Bremens Nationalspieler Serge Gnabry die Lage des VfL dramatisch verschärft hatte. Da die Wolfsburger zweimal den Pfosten trafen, aber nach den Gnabry-Treffern (10./18. Minute) nur zu einem Tor durch Borja Mayoral (19.) kamen, wird es immer prekärer für den VfL – und für Ismaël.

Sein Kollege Alexander Nouri darf hingegen durchatmen. Werder holte durch die drei glücklichen Zähler im Keller auf und liegt nun in der Tabelle als 15. direkt hinter den punktgleichen Wolfsburgern. «Es ist immer so: Gewinnt man, ist die Trainer-Position nicht in Frage», sagte Gnabry: «Verliert man, ist sie in Frage.»

Der Doppel-Torschütze sorgte dafür, dass Nouri erstmal wieder Ruhe hat. Nach zwei Siegen in Serie sieht es für die Bremer besser aus. «Den Moment muss man erstmal genießen», sagte Nouri. Der Werder-Coach betonte angesichts des Spielverlaufs: «Wir müssen uns für die Punkte nicht entschuldigen.» Der Coach gab allerdings zu: «Wir haben das Quäntchen Glück gehabt, das wir in den Vorwochen nicht hatten. Es war ein schmutziger Sieg, der uns etwas sauberer dastehen lässt.»

Fotocredits: Peter Steffen
(dpa)

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