Ekdals Torgeheimnis: Die Mutter saß auf HSV-Tribüne

Hamburg – Albin Ekdal hatte für sein erstes Bundesliga-Tor eine ganz einfache Erklärung: «Meine Mutter war im Stadion», sagte der schwedische Nationalspieler und lächelte verschmitzt.

Trainer Markus Gisdol griff das Thema nach dem 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC sofort auf und forderte die anderen Mütter seiner Spieler zum kollektiven Stadionbesuch in Hamburg auf. «Wenn das hilft, machen wir ein paar Plätze frei», sagte der zutiefst erleichterte HSV-Coach.

Ekdals Kumpel René Adler freute sich besonders für den Skandinavier: «Er hat so viel Verletzungspech gehabt, das rundet unseren Tag richtig ab.» Und für Lewis Holtby war der Erfolg vor allem eine Mannschaftsleistung: «Es zeichnet uns aus, dass wir mit Rückschlägen umgehen können, wir haben dieses Jahr schon sehr viel einstecken müssen.»

Schon die Leistung beim 1:2 im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach sei gut gewesen, der Arbeitssieg gegen den Tabellenfünften Berlin verdrängte das 0:8 bei Bayern München in der Vorwoche. «Die Bundesliga ist eng geworden, wir müssen auf uns gucken und Siege einfahren», forderte Holtby.

Nachdem die Mitkonkurrenten um Platz 16, Werder Bremen (25 Punkte) und der VfL Wolfsburg (23) gepunktet hatten, war der HSV zum Ende des 23. Spieltages unter Zugzwang. «Es ist auch eine mentale Stärke, sich nicht verrückt machen zu lassen», betonte Gisdol.

Er vermeidet den ständigen Blick auf die Bundesliga-Tabelle: «Das hilft uns nichts, wir müssen unser Ding durchziehen.» Mit nun 23 Zählern, aber wegen der 45 Gegentore mit der deutlich schlechteren Tordifferenz als Wolfsburg, will der HSV am kommenden Sonntag gegen Gladbach versuchen, zunächst den 16. Platz zu verlassen.

«Nun stecken einige Mannschaften mit im Abstiegskampf, bei denen das nicht zu erwarten war. Je mehr Mannschaften mit drin hängen, desto besser. Aber wir müssen uns gar nicht so sehr mit den anderen Teams beschäftigen. Wenn wir immer so auftreten wie heute, bin ich sicher, dass wir da unten rauskommen», meinte Aaron Hunt, der sich mit guten Leistungen ins Team gespielt hat.

Gisdol und Holtby hätten gern noch einen Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Hunt und Marvin Plattenhardt (15. Minute) gehabt. «Man hätte für uns einen Elfmeter geben können», sagte Holtby. Sein Coach gab ihm recht und monierte, dass der zweite Elfmeter für Gladbach im Pokal ebenso eine Goodwill-Entscheidung gewesen sei.

Ziemlich bedröppelt fuhren die Berliner nach Hause. «Wir haben lange gebraucht, um in das Spiel zu kommen. Es ist sehr unglücklich, dass wir das Spiel noch so spät verlieren. Wir wollten auswärts endlich einmal etwas mitnehmen», bekannte Plattenhardt und gab sich die Schuld am späten Gegentreffer nach seinem Ballverlust in der 77. Minute: «Ich hätte den Ball natürlich wegschlagen müssen.»

Fotocredits: Axel Heimken
(dpa)

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