Frauenquote: Vor allem KMU könnten diese schon problemlos einführen

Frauenquote: Vor allem KMU könnten diese schon problemlos einführen Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind in ihren Entscheidungsprozessen häufig deutlich flexibler als große Konzerne. Dieser Vorteil ermöglicht ihnen auch, die geplante Frauenquote in Führungspositionen zeitnah umzusetzen. Eine Umfragestudie des Ifo-Instituts bestätigt diese Annahme erneut, denn die Personalverantwortlichen kleiner und mittlerer Betriebe haben nur geringe Bedenken, die von der Politik geforderte Frauenquote rechtzeitig umsetzen zu können.

Die politische Forderung nach einer Frauenquote und die Umfrage

Die politische Forderung nach der Einführung einer Frauenquote in der Unternehmensführung besagt, dass mindestens 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen eingenommen werden sollen. Als rechtliche Vorgabe soll die Quote zunächst für die Aufsichtsräte der Aktiengesellschaften gelten, die öffentliche Diskussion befasst sich bereits mit der geplanten Ausweitung der Quotenregelung auf die Führungsebene aller Betriebe. Das Ifo-Institut hat 1.000 Personalverantwortliche gefragt, ob sie Schwierigkeiten sehen, in absehbarer Zeit mindestens 30 Prozent der Führungsstellen ihres Unternehmens mit Frauen zu besetzen. Im Gesamtergebnis hielten sich beide Antworten nahezu die Waage. Auffällig ist jedoch, dass in größeren Unternehmen ab 500 Arbeitnehmern mehr als 60 Prozent der Befragten Schwierigkeiten beim Erfüllen der Frauenquote erwarten, während bei weniger als 50 Beschäftigten nur 36 Prozent der Studienteilnehmer Umsetzungsschwierigkeiten sehen.

Welche Fakten erschweren die Umsetzung der Frauenquote?

Während die befragten Personalverantwortlichen in KMU häufig darauf hinwiesen, dass die Frauenquote in ihrem Verantwortungsbereich bereits erfüllt sei – siehe der Wurstwarenspezialist Schwarz Cranz – sehen die in größeren Firmen tätigen Studienteilnehmer ihre Einführung als Herausforderung an die deutsche Wirtschaft an. Sie begründen ihre Sichtweise vor allem damit, dass sich kaum geeignete Bewerberinnen für Führungsaufgaben finden ließen. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sind den Umfrageergebnissen zufolge generell deutlich weniger Frauen als Männer tätig. Seltener als in früheren Umfragen wurde auf die häufigeren Wünsche der weiblichen Beschäftigten nach flexiblen Arbeitszeiten hingewiesen, da immer mehr Unternehmen geeignete Instrumente zu deren Umsetzung schaffen.

Die Frauenquote bleibt umstritten

Auch wenn die Notwendigkeit zur Steigerung des Anteils weiblicher Führungskräfte grundsätzlich gesehen wird, bleibt die Einführung einer verbindlichen Frauenquote umstritten. Ein häufiges Gegenargument gegen die Quotenregelung lautet, dass sie die deutsche Wirtschaft daran hindere, in jedem Fall den am besten geeigneten Bewerber mit der ausgeschriebenen Führungsaufgabe zu beauftragen. Selbst die Gegner der Quote leugnen nicht, dass gemischte Teams in der Regel bessere Ergebnisse als eine nur aus Männern bestehende Führungsmannschaft erzielen, sodass sich die Frauenquote auch positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird.

Artikelbild: Michaela Rofeld – Fotolia

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