HSV taumelt der Relegation entgegen – «Rabenschwarzer Tag»

Augsburg – Nach einer empfindlichen Niederlage im Krisenduell der Fußball-Bundesliga in Augsburg ist der Hamburger SV mal wieder auf bestem Weg in die Abstiegsrelegation.

Die ideenlosen Hanseaten kassierten ein auch in dieser Höhe verdientes 0:4 (0:2) gegen den FC Augsburg, der dank eines Doppelpacks von Halil Altintop (28./41. Minute) sowie der Tore von Philipp Max (76.) und Raul Bobadilla (85.) den 16. Platz verließ. Genau auf diesem Rang findet sich drei Spieltage vor Schluss ein desolater HSV wieder, dem zum bereits dritten Mal K.o.-Spiele um den Liga-Verbleib drohen. Und die direkte Abstiegszone ist auch nur noch vier Zähler entfernt.

«Das war heute ein rabenschwarzer Tag für uns. Das tut richtig weh!», sagte HSV-Sportdirektor Jens Todt nach dem Debakel. «0:4 ist bitter, ist ganz hart, und wir suchen auch keine Ausreden.» Auch Abwehrspieler Mergim Mavraj war total frustriert: «Das war nicht erstligawürdig. Wenn einmal der Wurm drin ist, dann ist er drin.» Trainer Markus Gisdol wollte von Untergangsstimmung nichts wissen. «Wir sind noch da, wir können es noch richten», meinte der Coach, «aber dann müssen wir uns extrem zusammenreißen.»

Die nach vielen Enttäuschungen wieder überzeugenden Augsburger haben dagegen die Rettung im Visier. Das Team von Coach Manuel Baum verbesserte sich durch den klaren Erfolg vor 30 660 Zuschauern in der ausverkauften Arena auf den 13. Platz und rangiert damit so weit oben wie seit Mitte März nicht mehr. «Wir haben verdient mit 4:0 gewonnen, das gibt uns extrem viel Mut für die letzten drei Spiele», meinte Baum nach dem höchsten Bundesliga-Sieg der Schwaben. «Die Mannschaft bekommt jetzt auch die Gewissheit: Wir können jeden schlagen!»

Die in den vergangenen Wochen teils noch so unsicheren und fahrigen Augsburger übernahmen von Beginn an die Initiative und überrumpelten die Gäste vor allem über die Außenbahnen. Genau so entstand auch der Führungstreffer, als Jonathan Schmid sich rechts durchsetzte. Den Pass in den Rücken der Abwehr verwertete Altintop in das lange Eck.

Dass es zu diesem Zeitpunkt noch 0:0 stand, hatten die Hanseaten ihrem Torhüter Tom Mickel zu verdanken. Nach einer Flugparade gegen einen Schuss von Dominik Kohr (7.), und dem Herauslaufen vor Schmid (18.) überragte der nominell dritte Keeper des HSV in der 22. Minute, als er zunächst einen platzierten Schuss von Altintop an den Pfosten lenkte und auch den Nachschuss von Schmid aus nächster Nähe parierte.

Der 28-Jährige war in die Startelf gekommen, weil Ex-Nationaltorhüter Rene Adler (Rippe) und Christian Mathenia (Knie) verletzt ausfielen. Mickel hatte zuvor erst ein Bundesligaspiel bestritten, beim 3:1-Sieg in der Vorsaison in Augsburg. Dieses Mal musste er schon in einer Halbzeit öfter hinter sich greifen als noch vor zwölf Monaten.

Die Hausherren setzten ihren Sturmlauf auch nach der Führung mit Schwung und Entschlossenheit fort und belohnten sich wieder durch Altintop, der eine Hereingabe von Max von der linken Seite aus kurzer Distanz ins Netz drosch. Die Aktion war von Mittelstürmer Alfred Finnbogason eingeleitet worden, der wie Kohr nach einer Sperre ins Team zurückkehrt und dem Spiel der Schwaben richtig gut tat.

Den Hamburgern fiel im Angriff gegen den bestens organisierten FCA vor der Pause überhaupt nichts ein, vom Offensivquartett Aaron Hunt, Lewis Holtby, Michael Gregoritsch und Bobby Wood ging gar keine Gefahr aus. Eine rüdes Foul Gregoritschs von hinten gegen Kohr im Mittelfeld war der größte Aufreger, für den der HSV verantwortlich war. Gisdol wechselte im zweiten Durchgang zwar schnell drei neue Spieler ein, ansehnlicher wurde die Vorstellung aber nicht, und zu Torchancen kamen die Gäste auch nicht.

Fotocredits: Stefan Puchner
(dpa)

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