Jugend gefangen im Netz: Studie enthüllt Internetsucht bei Kindern

Jugend gefangen im Netz: Studie enthüllt Internetsucht bei KindernVideos ansehen, Games zocken, chatten – das Internet spielt im Leben der meisten Kinder und Jugendlichen eine große Rolle. Doch nur die wenigstens kennen klare Regeln für die Nutzung. Das hat jetzt eine Umfrage der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen ergeben. Die Leiter der Studie gehen sogar soweit, dass sie für fast fünf Prozent der 12- bis 17-Jährigen eine Internetsucht prognostizieren. Die Nutzung des World Wide Web nehme bei ihnen schon krankhafte Züge an.

Dauer der Internetnutzung bei Kindern und Jugendlichen

Schon früh ganz viel im Internet: Die meisten Kinder sind zwölf Jahre alt, wenn sie anfangen, das Internet zu nutzen. Jedes zehnte Kind ist sogar jünger als zehn Jahre, so die Studie. Von montags bis freitags verbringt etwa jedes vierte Kind zwischen zwölf und 17 Jahren eine Stunde im Internet, bei fast einem Drittel sind es zwei Stunden. Am Wochenende ist jeder fünfte Jugendliche sogar sechs Stunden oder länger im Netz.

Eltern geben kaum klare Regeln vor

An den Eltern scheint das unbemerkt vorbei zu gehen. Sie geben kaum Regeln für die Internutzung vor. 71 Prozent von ihnen sagen ihren Kindern nicht, wo sie das Internet nutzen dürfen. Mehr als der Hälfte ist es egal, wie lange ihr Kind im Internet surft und fast ein Drittel der Eltern machen keine Angaben, welche Inhalte ihr Kind im Netz konsumieren darf.

Wenn Eltern doch einmal Regeln bezüglich der Internetnutzung vorgeben, halten nur 42 Prozent von ihnen diese auch voll und ganz ein.

Internetentzug hat schlimme Folgen

Keine Onlinevideos anschauen, keine Spiele im Internet spielen, nicht chatten: Rund die Hälfte der befragten Eltern sagt aus, dass ihr Kind ruhelos, launisch, niedergeschlagen oder gereizt reagiert, wenn es versucht, das Internet weniger oder gar nicht zu nutzen.

Deshalb gehen die DAK und das Deutsche Zentrum für Suchtfragen davon aus, dass bei jedem 20. Jugendlichen ein erhöhtes Risiko für eine Internetsucht besteht.


Foto: Fotolia, 19896256, Epibrate Images

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Artikel bewerten)
Loading...
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.